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From Endnote to Mendeley

Wednesday, 25. August 2010 22:41

Es geht mir – wie den meisten in der Wissenschaft tätigen Personen – darum, meine (meist gelesenen) Artikel, Bücher, Buchkapitel, Kongressbeiträge etc. so zu ordnen, dass ich immer und jederzeit strukturiert und sicher darauf zugreifen kann…

Seit mehr als fünf Jahren bin ich eine treue Endnote-Nutzerin, bezahle immer wieder viel Geld für ein Upgrade und ärgere mich immer wieder von Neuem, wenn ich die Bibliothek nicht einfach migrieren, sondern zum Teil ganze Sektionen neu benennen muss, weil beim Update dies nicht automatisch geschieht.

Heute nahm ich mir die Zeit die kostenlose “Mendeley” Desktop und Web-Version kennenzulernen und bin – zumindest bis anhin – begeistert. Alle Endnote-Referenzen konnten problemlos übernommen werden. Viel schöner aber ist die Funktion, PDFs via Drag-and-Drop direkt einlesen zu können und die benötigten Angaben werden automatisch aus dem PDF “herausgelesen”. Ebenfalls schön ist die iPhone-App, so dass ich nun meine Bibliothek immer bei mir habe und zudem auch die Artikel auf dem iPhone im Zug (bei Bedarf) lesen kann. Das Word-Plugin zum Zitieren im Text funktioniert offenbar mit Microsoft 2008 auf dem Mac ebenfalls. [Nachtrag: Habe nun Microsoft 2008 installiert auf dem Mac: "Cite while you write" als das Erstellen des Literaturverzeichnisses läuft problemlos; beides läuft auch problemlos in Open Office auf dem Mac].

So weit so gut! Falls ich irgendwelche Nachteile finden sollte… werde ich sie hier beschreiben!

Ah ja – Mendeley ist zudem auch ein “social network” für Wissenschaftler/-innen: Man findet mich also unter: www.mendeley.com/profiles/kathrin-futter oder in der Sidebar des “Bildungsfutters” den Mendeley-Button anklicken!

Und hier noch ein Einführungsvideo:

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Thema: Technik | Kommentare (0) | Autor: admin

“Ausgezeichnete Lehre!”

Sunday, 15. August 2010 18:46

Gerade richtig nach der Sommerpause erschien unser Buch “Ausgezeichnete Lehre!” Lehrpreise an Universitäten im Waxmann Verlag.

Schon vor einiger Zeit – im November 2008 – führte die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der UZH eine Tagung durch, welche Fragen im Zusammenhang mit der Vergabe von Lehrpreisen aufgegriffen hat. Das nun erschienene Buch dokumentiert einige Beiträge aus dieser Tagung, es sind aber noch andere ergänzend dazugekommen. Gegliedert ist das Buch in vier Teile, wobei der erste Zusammenhänge darstellt, der zweite Länderüberblicke liefert, der dritte ausgewählte Beispiele aufzeigt und der vierte Preise in anderen Sparten thematisiert. 

Mir scheint, dass eine sehr gute Mischung verschiedenster Beiträge zusammengestellt werden konnte!

Selber beschrieb ich im Buch in einem Kapitel das Verfahren an der Universität Zürich und stelle in einem anderen Kapitel gemeinsam mit Peter Tremp die Entwicklung der Etablierung von Lehrpreisen an Schweizer Hochschulen (inklusive einer tabellarischen Übersicht) dar. Die Vergabepraxis in der Schweiz ist – wie könnte es anders sein – an jeder Universität wieder anders… Wen es genauer interessiert, dem sei die Lektüre des Buches empfohlen!

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Thema: Hochschullehre, Tagungen, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Sommerpause!

Tuesday, 13. July 2010 19:17


Sind am Strand und machen Pause!

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Thema: Uncategorized | Kommentare (0) | Autor: admin

E-Portfolio Tagung

Thursday, 27. May 2010 19:56

Am 19. Mai 2010 fand in Bern eine von der schweizerischen e-learning Community organisierte informelle E-Portfoliotagung statt, da das Thema E-Portfolio in jüngerer Vergangenheit zunehmendes Interesse an Schweizer Hochschulen gewonnen hat (Martin Hofmann berichtete bereits hier). Dem E-Portfolio wird sowohl als didaktisches Instrument als auch für die Organisation persönlicher lebenslanger Lernaktivitäten grosses Potenzial zugeschrieben.

Ein wesentliches Ziel der Veranstaltung ist den Teilnehmern die Möglichkeit zu einem intensiven Informationsaustausch zu bieten.

Es fanden sich über 50 Interessierte ein und insgesamt neun Personen stellten entweder ihre Erfahrungen mit E-Portfolios und/oder technische Aspekte von Softwarelösungen vor. Ich war beeindruckt von der Fülle der Informationen und konnte viel lernen! Die Folien der meisten Inputs können hier heruntergeladen werden.

Im Progamm “Teaching Skills” der Universität Zürich sammelten wir ebenfalls erste Erfahrungen mit einem E-Lehrportfolio und die Absolvent/-innen gestalteten ihre E-Portfolios mit der Software Mahara. Sicher den schwierigsten Teil stellt die “didaktische Reflexion” in einem Lehrportfolio (egal ob “E” oder nicht) dar. Wie Assistierende ihre Lehrtätigkeit beschreiben, reflektieren und evaluieren ist von grosser Bedeutung für ihre Lehrkompetenzentwicklung.

Im Anschluss an die Tagung formierte sich eine SIG um das weitere Vorgehen bezüglich E-Portfolio an Schweizer Hochschulen zu konzipieren. Man kann gespannt sein!

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Thema: Didaktik, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Tagungen, Universität, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin

Friday Lectures | Universität Wien

Friday, 7. May 2010 17:35

Heute hielt ich im Rahmen der Friday Lectures der Universität Wien ein Referat zum Thema “Verknüpfung von Forschung und Lehre in der studentischen Wahrnehmung”.

Im Zentrum der Friday Lectures steht die Auseinandersetzung mit vermeintlichen und echten Problemen sowie mit Vorteilen der Bologna-Studienstrukturreformen. Anliegen der Friday Lectures ist es, Problemstellungen, die auch mit den Studierendenprotesten besondere Aktualität erlangten, aus wissenschaftlicher Perspektive zu reflektieren und interessierte Studierende aktiv in den Diskussionsprozess einzubinden.

In meinem Referat ging es um die Wahrnehmung der Studierenden bezüglich der Verknüpfung von Forschung und Lehre an der Universität Zürich. Dieses “research-based teaching” war der Schwerpunkt bei der Lehrpreisvergabe im Jahr 2009 (vgl. hier). Die Studierenden mussten bei ihrer Wahl begründen, wie genau die von ihnen gewählte Person Forschung und Lehre in ihrer Lehrveranstaltung verknüpft. Mittels Inhaltsanalyse konnten sodann Codes generiert werden und es zeigt sich, dass am meisten Nennungen den Codes “aktuellen Stand der Forschung in die Lehre integrieren”, “Forschungsbeispiele liefern” und “Forschungs-/Fachhintergrund gut erklären” zugeordnet werden konnten.

In der anschliessenden Diskussion mit den Studierenden und den anwesenden Dozierenden und Mitarbeitenden von der Universität Wien wurden vor allem Fragen bezüglich des Nutzens der Einheit von Forschung und Lehre für die Studierenden erörtert. Gerade in der Studieneingangsphase, mit vielen sehr überfüllten Studienprogrammen, seien die Ziele Universität – welche u.a. gerade in der forschungsbasierten Lehre” zu suchen sind – für die Studierenden nicht erlebbar. Denn wenn überfüllte Studienprogramme es unterstützen (so die Aussage einer anwesenden Studentin), dass Studierende möglichst schnell oberflächliche Kenntnisse erlangen, dann sei keine Verknüpfung von Forschung und Lehre möglich, denn diese bedürfe der Zeit, um Fragestellungen sorgfältig zu generieren und Erkenntnisse auch vernetzt zu verarbeiten und mit anderen Studierenden und den Dozierenden zu erörtern.

Dies ist tatsächlich eine besonder Herausforderung der Studieneingangsstufe  – und trotzdem: in den Antworten der Zürcher Studierenden lassen sich Hinweise finden, dass es sehr viele Dozierende schaffen, bei den Studierenden eine Forschungsbegeisterung auszulösen resp. ihnen aufzuzeigen, was den Forschung überhaupt heisst und weshalb an der Univerisät – im Gegensatz zu anderen Bildungsinstitutionen – forschungsorientiert gelehrt werden soll.

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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Lehrpreis 2010 | Universität Zürich

Monday, 26. April 2010 17:23

Bereits zum vierten Mal wurde an der Universität Zürich (UZH) der “Credit Suisse Award for Best Teaching” vom Rektor am Dies Academicus vom 24. April überreicht. Da sich gute Lehre durch verschieden Aspekte auszeichnet, beleuchtet die UZH jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema. Für den Lehrpreis 2010 stand der Schwerpunkt „Lerndialog“ zur Debatte, denn Lehren und Lernen sind auch soziale Prozesse und der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden ist ein zentraler Bestandteil universitärer Bildung. So kann sich ein Lerndialog beispielsweise als vielgestaltige Interaktivität in Lehrveranstaltungen, bei der Verwendung interaktiver Lernmedien oder auch als Rückmeldungen auf studentisches Leistungen (Projekte, Referate, Prüfungen …) etablieren.

Alle eingeschriebenen Studierenden der UZH wählten in einer Onlineumfrage zuerst ihren Favoriten/ihre Favoritin und mussten danach ihre Wahl auch in wenigen Stichworten begründen.

Dieses Jahr ging der Preis an Prof. Dr. Michael Hengartner vom Institut für Molekulare Biologie und Studierende begründeten ihre Wahl zum Beispiel mit folgenden Voten:

  • Er geht auf Anregungen und Fragen sowohl schriftlich als auch mündlich ein, seine Internetplattform ist immer aktuell und er bietet Podcasts an – trotzdem sind die Hörsäle morgen um 8.00 Uhr immer voll.
  • Prof. Hengartner unterstützt die Studierenden am besten: Er ist der einzige Dozent, der sich einmal pro Woche eine Office-Hour nimmt um Fragen und Probleme der Studierenden zum Stoff zu erklären.
  • Herr Hengartner gibt einem das Gefühl, dass man ohne Scham Fragen stellen kann und dass E-Mails oder persönlicher Kontakt (nach den Vorlesungen) bezüglich des Unterrichtsstoffs sehr willkommen sind.

Im Interview mit dem Preisträger fragte ich ihn, ob er sich in solchen Antworten wiedererkennt und ob dies tatsächlich Punkte sind, die ihm in der Lehre – zur Förderung eines fruchtbaren Lerndialogs – wichtig sind. Wen die Antworten von Prof. Hengartner auf diese und andere Fragen interessieren, ist herzlich eingeladen, sich das Video anzusehen (auf Bild klicken)!

Zudem wurde heute in der Neuen Zürcher Zeitung ein Artikel zu Lehrpreisen an Universitäten und Hochschulen veröffentlicht, in welchem Prof. Hengartner ebenfalls zu Wort kommt. Der Artikel mit dem provokativen Titel “Zum besten Dozenten gekürt oder einfach nur zum beliebtesten?” geht neben anderem genau dieser Frage nach. Wichtig scheint mir die These, dass es sicher nicht darum gehen kann, ein Beliebtheitspreis zu vergeben, sondern dass der Preis eine öffentliche Auszeichnung für hervorragende Leistung in exemplarischen Sinne sein soll.

Hier kann der ganze Artikel heruntergeladen werden.

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Thema: Didaktik, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Digital Natives – Ureinwohner des WWW

Friday, 26. March 2010 18:13

Anfangs Februar strahlte 3 Sat eine Sendung über die Digital Natives aus, welche ich erst heute in ihrer vollen Länge mir ansehen konnte.

Grob gesagt handelt es sich bei den Eingeborenen des Netzes um die nach 1980 Geborenen. Es sind diejenigen unter uns, die nie in einer Welt ohne Internet, Handys, Videospielen und all den anderen Werk- und Spielzeugen des digitalen Zeitalters gelebt haben.

Folgende Fragen werden in der Sendung unter anderem gestellt und zum Teil auch beantwortet:

  • Wie erziehen digital Eingeborene ihre Kinder? Spiele Werte der analogen Eltern noch eine Rolle? Opfern digital Natives ihre Kinder der digitalen Öffentlichkeit?
  • Das Internet ist der natürliche Lebensraum der nach 1980 Geborenen. Lernen sich auch dort kennen?
  • Welche Forderungen stellen die Netzeingeborenen an ihre Arbeitgeber?

Weiter kann auf der Webseite von 3 Sat nachgelesen werden:

Jede Generation hat ihr Bündel mit sich zu tragen. Die Generation der Digital Natives verfrachtet es in die Cloud. Diskutiert weltweit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Feiertage Fehlanzeige. Wir sind immer online, vernetzt, am Start! Das Credo der Digitale Natives: „Offline bist du schon noch früh genug!” Dein Leben ist nicht im hier und jetzt, dein Leben ist, wo die anderen sind. Ohne Gruppe – keine Identität, ohne Freunde – geht gar nicht. Überhaupt, Freunde sind nicht im klassischen Sinn als Weggefährten zu verstehen. Sie sind eben online, sie wissen was du gerade machst und manchmal zeigen sie auch, dass sie Anteil an deinem Leben nehmen. Sie kommentieren Aktionen, weisen auf Aktionen anderer hin und helfen tatkräftig mit, bei der kontinuierlichen Aufrechterhaltung eines virtuellen Netzwerkes. Du bist – weil sie sind. Sie sind – weil du bist. Eine fantastische so noch nie dagewesene Definition von Freundschaft und trotzdem für jeden „analogen” Zeitgenossen nur bedingt erfassbar, mehr noch – eher beängstigend.

Mir scheint das Video einen guten Einblick zu geben in die Welt der digitalen Eingeborenen, zu denen ich ja offensichtlich nicht mehr zähle, da ich vor 1980 geboren wurde ;-)

Hier geht’s zur Sendung (auf das Bild klicken):

Und a propos Twitter fällt folgendes Statement:

Twitter wird von einem Prozent der Jugendlichen genutzt… Von den Medien gehypt und bei den Jugendlichen durchgefallen!

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Thema: Medienpädagogik, Schule, Web2.0 | Kommentare (1) | Autor: admin

DOSS | Dortmunder Spring School 2010

Tuesday, 2. March 2010 11:31

Vom 3.-5. März findet an der Technischen Universität Dortmund die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD) und gleichzeitig die 4. Dortmunder Spring School for Academic Staff Developers (DOSS) statt.

Ziel ist es, Konvergenzen und Divergenzen fachbezogener und fachübergreifender hochschuldidaktischer Ansätze aufzuzeigen und damit ein Feld aufzuspannen, in dem sich verschiedene Ansätze verorten, differenzieren und integrieren lassen. Mit der Konferenz möchten wir hochschuldidaktische Ansätze in verschiedenen Fächern diskutieren, Widerstände thematisieren und Synergie-Effekte verdeutlichen.

Selber habe ich einen Beitrag für eine Diskurswerkstatt eingereicht zum Thema “Hospitationen an Universitäten und Hochschulen mit Hilfe des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” (Abstract) (Handout) und hoffte mit den angemeldeten Teilnehmenden eine angeregte Diskussion zu führen. Meine Ausgangsthese lautet, dass wenn eine Hospitantin / ein Hospitant nicht nur über fachspezifisches und allgemein-didaktisches Wissen, sondern auch über fachspezifisch-pädagogisches Wissen verfügt und mit den Möglichkeiten des “Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” vertraut ist, die Hospitation fruchtbarere Ergebnisse für die Lehrperson bringen kann.

Leider musste ich am letzten Samstag mein Knie operieren und bin nicht reisefähig, weswegen ich mich vom Kongress abmelden musste. Schade!

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Thema: Didaktik, Tagungen, Universität, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin

ICT für Kenias Strassenkinder

Thursday, 25. February 2010 18:55

Via das Newsportal von eLearning Africa stiess ich auf folgenden Artikel von Reuben Kyama aus Nairobi: “How ICTs Are Transforming the Lives of Street Children in Kenya” (hier), welchen ich mit Interesse las.

© poco_bw – Fotolia.com

Die holländische Entwicklungsorganisation SNV portiert gemeinsam mit der “Ex-Street Children Community Organisation” (ECCO), einer Gruppe früherer Strassenkinder ein Projekt in Eldoret.
«Using ten computers, mostly donated by well-wishers, the organisation has come up with ‘drop in’ centres where street children from the town gather to become familiar with ICT skills ranging from the basics of working on a computer to how to send e-mails.»

Die Idee dahinter ist, dass durch die Arbeit am Computer die Kinder weg von der Strasse kommen und zudem sich Fertigkeiten aneignen, die – auch in Entwicklungsländern – zu den “basic skills” gehören.

Mir scheint dies eine gute Sache zu sein, obwohl mir, wenn ich an Entwicklungszusammenarbeit denke, nicht zuerst die Förderung von ICT-Fertigkeiten in den Sinn kommt.

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Thema: Bildung, Technik | Kommentare (0) | Autor: admin

Bolognareform und Prüfungslandschaft

Tuesday, 23. February 2010 6:49

In der “Neuen Zürcher Zeitung” vom 8. Februar 2010 erschien ein Artikel mit dem Titel “Die Bologna-Reform veränderte die Prüfungslandschaft – geschätzte rund 100’000 Prüfungen pro Semester müssen korrigiert werden” von Markus Binder. Obwohl der Verweis auf diesen Artikel nicht mehr ganz aktuell ist, schient es mir dennoch wichtig, nochmals die Hauptaussagen des Artikels aufzugreifen.

Es ist eine simple Rechnung: An der Universität Zürich gibt es rund 20’000 Bachelor- und Masterstudierende, die pro Semester vier bis fünf Module besuchen. Macht 80’000 bis 100’000 Prüfungen pro Semester. Weil gleichzeitig die Prüfungsperiode am Ende des Semesters stark verkürzt worden ist, erstaunt es nicht, dass der gestiegene Prüfungs- und Korrekturaufwand wegen der Bologna-Reform beklagt wird.

Dazu lässt sich tatsächlich nichts anmerken, dies sind Fakten, mit welchen alle Studierenden aber auch alle Dozierenden konfrontiert sind. Dass vor allem die Assistierenden sehr gefordert sind, ist ein bekanntes Problem, denn sie tragen die Hauptlast der Korrekturarbeiten.

Umso erstaunlicher ist nach Binder die Zurückhaltung von Vertreter/-innen des Mittelbaus, dass es “gar nicht so dramatisch” sei. Drei Gründe sprechen jedoch laut diesen dafür:

  1. Bologna trifft nicht alle Fächer gleich, viele Fächer der Natur- und Sozialwissenschaften waren schon vor der Reform eine grosse Zahl von Prüfungen und Studierenden gewohnt.
  2. Die Assistierenden wollen den Aufwand für Prüfung und Korrektur nicht isoliert sehen, sondern grundsätzlich auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen (hohe Arbeitsbelastung, klareres Pflichtenheft,…)
  3. Die Reform habe auch das Nachdenken über das eigene Fach gefördert, was positiv zu vermerken sei.

Hier setzt auch die Vermutung an, dass einige Institute, die über die Prüfungslast klagen, die Reform zu oberflächlich umgesetzt haben und Prüfungen als Anhängsel einer Veranstaltung sehen, anstatt in Modulen zu denken, wie Balthasar Eugster von der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik vermerkt.

Trotzdem:

Bleibt [an der Universität Zürich, Anmerkung KF] die riesige Zahl von 200’000 Leistungsnachweisen pro Jahr, die auch mit einer stärkeren Modularisierung nicht wesentlich kleiner wird.

Gespannt können wir da auf die Ergebnisse des Pilotprojektes “E-Assessment” warten, welche im Herbst 2010 vorliegen sollten und aufzeigen, welche Prüfungen sich sinnvoll auf dem Computer absolvieren lassen und wie sie organisiert werden müssen.

Download des Artikel der NZZ: hier

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Thema: Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin