Beitrags-Archiv für die Kategory 'Tagungen'

“Ausgezeichnete Lehre!”

Sunday, 15. August 2010 18:46

Gerade richtig nach der Sommerpause erschien unser Buch “Ausgezeichnete Lehre!” Lehrpreise an Universitäten im Waxmann Verlag.

Schon vor einiger Zeit – im November 2008 – führte die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der UZH eine Tagung durch, welche Fragen im Zusammenhang mit der Vergabe von Lehrpreisen aufgegriffen hat. Das nun erschienene Buch dokumentiert einige Beiträge aus dieser Tagung, es sind aber noch andere ergänzend dazugekommen. Gegliedert ist das Buch in vier Teile, wobei der erste Zusammenhänge darstellt, der zweite Länderüberblicke liefert, der dritte ausgewählte Beispiele aufzeigt und der vierte Preise in anderen Sparten thematisiert. 

Mir scheint, dass eine sehr gute Mischung verschiedenster Beiträge zusammengestellt werden konnte!

Selber beschrieb ich im Buch in einem Kapitel das Verfahren an der Universität Zürich und stelle in einem anderen Kapitel gemeinsam mit Peter Tremp die Entwicklung der Etablierung von Lehrpreisen an Schweizer Hochschulen (inklusive einer tabellarischen Übersicht) dar. Die Vergabepraxis in der Schweiz ist – wie könnte es anders sein – an jeder Universität wieder anders… Wen es genauer interessiert, dem sei die Lektüre des Buches empfohlen!

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Thema: Hochschullehre, Tagungen, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

E-Portfolio Tagung

Thursday, 27. May 2010 19:56

Am 19. Mai 2010 fand in Bern eine von der schweizerischen e-learning Community organisierte informelle E-Portfoliotagung statt, da das Thema E-Portfolio in jüngerer Vergangenheit zunehmendes Interesse an Schweizer Hochschulen gewonnen hat (Martin Hofmann berichtete bereits hier). Dem E-Portfolio wird sowohl als didaktisches Instrument als auch für die Organisation persönlicher lebenslanger Lernaktivitäten grosses Potenzial zugeschrieben.

Ein wesentliches Ziel der Veranstaltung ist den Teilnehmern die Möglichkeit zu einem intensiven Informationsaustausch zu bieten.

Es fanden sich über 50 Interessierte ein und insgesamt neun Personen stellten entweder ihre Erfahrungen mit E-Portfolios und/oder technische Aspekte von Softwarelösungen vor. Ich war beeindruckt von der Fülle der Informationen und konnte viel lernen! Die Folien der meisten Inputs können hier heruntergeladen werden.

Im Progamm “Teaching Skills” der Universität Zürich sammelten wir ebenfalls erste Erfahrungen mit einem E-Lehrportfolio und die Absolvent/-innen gestalteten ihre E-Portfolios mit der Software Mahara. Sicher den schwierigsten Teil stellt die “didaktische Reflexion” in einem Lehrportfolio (egal ob “E” oder nicht) dar. Wie Assistierende ihre Lehrtätigkeit beschreiben, reflektieren und evaluieren ist von grosser Bedeutung für ihre Lehrkompetenzentwicklung.

Im Anschluss an die Tagung formierte sich eine SIG um das weitere Vorgehen bezüglich E-Portfolio an Schweizer Hochschulen zu konzipieren. Man kann gespannt sein!

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Thema: Didaktik, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Tagungen, Universität, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin

DOSS | Dortmunder Spring School 2010

Tuesday, 2. March 2010 11:31

Vom 3.-5. März findet an der Technischen Universität Dortmund die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD) und gleichzeitig die 4. Dortmunder Spring School for Academic Staff Developers (DOSS) statt.

Ziel ist es, Konvergenzen und Divergenzen fachbezogener und fachübergreifender hochschuldidaktischer Ansätze aufzuzeigen und damit ein Feld aufzuspannen, in dem sich verschiedene Ansätze verorten, differenzieren und integrieren lassen. Mit der Konferenz möchten wir hochschuldidaktische Ansätze in verschiedenen Fächern diskutieren, Widerstände thematisieren und Synergie-Effekte verdeutlichen.

Selber habe ich einen Beitrag für eine Diskurswerkstatt eingereicht zum Thema “Hospitationen an Universitäten und Hochschulen mit Hilfe des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” (Abstract) (Handout) und hoffte mit den angemeldeten Teilnehmenden eine angeregte Diskussion zu führen. Meine Ausgangsthese lautet, dass wenn eine Hospitantin / ein Hospitant nicht nur über fachspezifisches und allgemein-didaktisches Wissen, sondern auch über fachspezifisch-pädagogisches Wissen verfügt und mit den Möglichkeiten des “Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” vertraut ist, die Hospitation fruchtbarere Ergebnisse für die Lehrperson bringen kann.

Leider musste ich am letzten Samstag mein Knie operieren und bin nicht reisefähig, weswegen ich mich vom Kongress abmelden musste. Schade!

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Thema: Didaktik, Tagungen, Universität, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin

Screenr – Einbettung von Screencasts in Twitter- oder Blogbeiträge

Monday, 5. October 2009 6:58

Bild 1Screenr erstellt Sreencasts, welche direkt auf Twitter publiziert werden können. Ich habe diesen kostenlosen Service ausprobiert und von der Homepage unserer Arbeitsstelle einen ganz kurzen Screencast erstellt. Dabei kann auch Ton aufgenommen werden. Wer will, kann Srenncasts von bis zu 5 Minuten erstellen und in Twitter einbinden. Alternativ kann der Srenncast auch im Blog eingebunden werden. Ich finde diese Applikation nicht schlecht, können doch die sehr kurzen Twittermeldungen so etwas elaborierter und dadurch auch aussagekräftiger werden. Ebenfalls möglich ist es, die Screencasts von anderen Nutzerinnen und Nutzern via RSS-Feed zu abonnieren, wenn man dies dann will.

Hier mein Beispiel:

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Thema: Tagungen, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin

Die lernende Bibliothek 2009

Wednesday, 23. September 2009 3:15

Via den Infobib stiess ich auf zahlreiche öffentlich zugängliche Referate der  ”Lernenden Bibliothek” der HTW Chur “Schweizereisches Institut für Informationswissenschaften” zum Thema “Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? Aktuelle Herausforderungen für die Bibliothek und ihre Partner im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.

In der Ausschreibung der Tagung heisst es:

Der weltweite Zugang zum Internet bringt ein neues Problem mit sich: den Wissensklau. Wie gross ist dieses Problem? Kann man sich dagegen schützen? Und besonders: Welche Rolle kommt dabei den Bibliotheken zu? Das sind zentrale Fragen, die an der „Lernenden Bibliothek“ in Chur diskutiert werden.

Die Digitalisierung und das Internet haben Informationsproduktion und -verarbeitung in der Wissenschaft grundlegend verändert. Die wissenschaftlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken jeden Typs sind Pfeiler im verantwortlichen Umgang mit Information. Die ethische Frage danach, was wissenschaftliches Arbeiten beinhaltet und wie es unterstützt werden kann, stellt sich ihnen genauso wie ihren Partnern in diesem Prozess: den Verlegern, Gesetzgebern, Hochschulen und voruniversitären Bildungseinrichtungen mit ihren Lehrkräften.

So hielt zum Beispiel Roland Greubel (Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt ein Referat zum Thema: Vom Fehlverhalten zum Plagiator: Fördert das Internet den Wissensklau?

Im Abstract ist nachzulesen:

Die moderne Informationstechnik und die zunehmende Digitalisierung von Texten erleichtern fehlerhaftesund unethisches Verhalten bei der Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. Das Internet ermöglicht es per copy and paste Auszüge und Textbausteine für eigene Arbeiten zu übernehmen. Zum Plagiator wird man, wenn dies ohne Zitation der Quelle geschieht und man den Text als die eigene geistige Leistung ausgibt. Der Plagiator ist sich seines Fehlverhaltens oft nicht in ausreichendem Maße bewusst. In Fachkreisen wird von 30% und mehr plagiierter wissenschaftlicher Publikationen ausgegangen.

Eine Folie hat mir schon noch Eindruck gemacht:

Plagiat

Wer sich alle öffentlich zugänglichen Folien ansehen möchte, sei auf die Tagungsseite der lernenden Bibliothek verwiesen (hier).

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Thema: Tagungen | Kommentare (2) | Autor: admin

EARLI 2009 | Teil 3

Sunday, 6. September 2009 4:26

Ein weiteres – und letztes – Symposium der EARLI 2009 Tagung in Amsterdam, über welches ich hier gerne berichte, trug den Titel: „Teachers Competences: Modeling, measuring and enhancing basic competences of teachers“ und war der Kategorie „Continuing professional development in Teachers“ zugeordnet. In der Einführung für alle vier Referate hiess es:

Lehrpersonen müssen verschiedenste Kenntnisse besitzen, um die anspruchsvollen Aufgaben zu bewältigen, die ihr Beruf verlangt. Sie werden mit neuen und großen Anforderungen konfrontiert, die das bloße Unterrichten überschreiten. Neue Metaanalysen (Hattie, Lipowky, 2006) haben gezeigt, dass 30 % des Lernens der Schüler/-innen mit der Lehrperson, ihrer Befähigung und ihrem Handeln verbunden werden.

So steht weiter:

Teacher education isn’t able to provide enough knowledge and deliberate practice for getting experts in these various competences yet. So there’s a special need to explore the structure as well as the development of these skills to do justice to the complex profession of teaching.

Das Symposium zielte also darauf, Modelle vorzustellen, wie Kompetenzen von angehenden Lehrpersonen gefördert werden können, um dadurch ein besseres Verständnis für die Voraussetzungen des Lehrberufs und die notwendigen Kompetenzen zur Ausführung desselben zu erhalten.

Zwei Referate stelle ich nachfolgend detaillierter vor:

[...]

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EARLI 2009 | Teil 2

Thursday, 3. September 2009 10:45

Gerne stelle ich einige – für mich interessante – weitere Beiträge des EARLI-Kongresses 2009 in Amsterdam vor. Im ersten Teil berichtete ich ja vor allem über die (neuen) Formate der Tagung und dokumentierte zwei Referate (vgl. hier).

Ein eingeladenes Symposium der Special Interest Group (SIG) “Assessment and Evaluation” trug den Titel “Assessment for the 21st Century”. Aus der Reihe der vier Referate war für mich das Spannendste das von Dominique Sluijsmans, Jan-Willem Strijbos und David Boud mit dem Titel: “Towards assessment of group work that fosters students’ long-tearm learning”.

Im Abstract konnte nachgelesen werden:

Collaborative learning in small groups is widely used in various learning contexts. Since assessment strongly influences learning any course objective, peer learning and/or collaboration must have an assessment that promotes it (Biggs, 1996; Frederiksen, 1984). In this respect, peer assessment – an arrangement for students to consider the level, value and quality of a product or a performance of other equal status students (Topping, 1998) – can be a valuable tool to align the assessment with the group task. Karau and Williams (1993) showed in their meta-analysis that peer assessment of individual contributions to group tasks had a strong influence in ensuring that each group member does a fair share of the work. Peer assessment is increasingly applied in higher education to enhance the quality of group learning, discourage free-riding and reward individual input (Falchikov & Goldfinch, 2000; Topping, 1998).

Es geht also um Peer-Assessment in einer Gruppe und nicht um die Fremdbeurteilung einer gesamten Gruppenarbeit von Studierenden durch die Dozentin oder den Dozenten. Dies ist deshalb wichtig, weil die Autoren darauf hinweisen, dass nach wie vor die übliche Art der Beurteilung an Hochschulen der summative Test am Ende der Lerneinheit darstellt und dies könnte dann ja auch die Gesamtbeurteilung der Gruppenarbeit durch die Dozentin heissen. Solches Prüfen impliziert jedoch für die Studierenden ein “learn to the test” und für die Dozierenden ein “teach to the test” (auch bei Gruppenarbeiten). Danach verschwinden die Ordner und Notizen im Büchergestell und wenn es gut läuft, bleibt etwas Wissen hängen. Der Ansatz von Sluijsmans et al. fokussiert jedoch das längerfristige Lernen der Studierenden und sie argumentieren folgendermassen:

Because the assessment in collaborative learning is typically disconnected from the instructional setting, a lack of ‘constructive alignment’ exists (Biggs, 1996). The alignment of assessment with the collaborative learning process is therefore crucial (Freeman & McKenzie, 2002). In this contribution we will address the following main research question: Which elements in the assessment of group work drive learning that is beneficial for a lifetime and support learners in their professional learning throughout their career?

[...]

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Thema: Tagungen | Kommentare (0) | Autor: admin

EARLI 2009 | Teil 1

Sunday, 30. August 2009 13:18

Die diesjährige EARLI-Konferenz (European Association for Research on Learning and Instruction) fand vom 25.-29. August 2009 in Amsterdam zum Thema: “Fostering Communities of Learners” statt. Über 2000 Teilnehmende waren an der VU University versammelt. Davon waren immerhin ca. 120 aus der Schweiz, was prozentual zur Einwohner/-innenzahl der Schweiz gar nicht so schlecht ist.

Die Tagung war hervorragend organisiert und was mir besonders gefiel, waren einige – zumindest für mich – neue Formate. So gab es neben den gängigen Symposien, Keynotes und Paperpräsentationen auch sogenannte “Roundtables” bei welchen Arbeiten vorgestellt wurden, welche mitten im Prozess sind. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik blieben pro Thema noch fast 45 Minuten um intensiv und in kleinen Gruppen die Fragen der Präsentatorin / des Präsentators zu diskutieren.

Ebenfalls gelungen scheint mir die etwas andere Form der Posterpräsentationen. Waren diese nicht wie sonst üblich alle in einem Raum und man kämpfte sich zu dem Poster durch, das einen interessierte, sondern sie waren thematisch gruppiert, so dass nicht mehr als sechs Poster in einem Raum waren. Nach einer kurzen Sichtung aller Poster wanderte die Gruppe dann geführt von Poster zu Poster und die Ausstellenden hatten fünf Minuten Zeit ihr Poster zu präsentieren. Danach konnte man sich nochmals vertiefter und individuell mit demjenigen Poster auseinandersetzen, welches einen am meisten interessierte. Diese Form ermöglicht es, tatsächlich etwas über die Person, die hinter dem Poster steht zu erfahren und auch einen vertieften Zugang zu den Inhalten zu erhalten und nicht in einem Meer von Menschen und Postern zu “versinken”.

Ein drittes Format waren die Workshops, in welchen man sich 90 Minuten aktiv mit einem Thema, einer Fragestellung oder ganz konkret mit einer neuen Software auseinandersetzen konnte.

Gerne stelle ich nun nachfolgend eine kleine Auswahl der von mir besuchten Veranstaltungen vor. Ich habe mich vor allem auf Themen der Hochschudidaktik und der Lehrer/-innenbildung fokussiert, bin jedoch auch in den einen oder anderen ICT-Veranstanstaltung gesessen. Sowieso hatte ich den Eindruck, aber vielleicht täusche ich mich, dass im Vergleich zu anderen Jahren diesmal viel mehr Sessions zu computer-unterstütztem Lernen und auch zu einigen Web2.0 Applikationen angeboten wurden.Netterweise wurde einem diesmal nicht nur ein Tagungsband ausgeliefert, sondern auf einem USB-Stick auch noch alle Abstracts und Proposals, so dass man sich bestens auf die Referate vor- resp. nachbereiten konnte.

Nun aber zum Inhaltlichen: [...]

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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Medienpädagogik, Schule, Tagungen, Universität, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin

Jahreskongress “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” | Teil 2

Saturday, 4. July 2009 9:15

Der zweite Tag des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) mit dem Thema “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” stand ganz im Zeichen von diversen parallel verlaufenden grossen und kleinen Symposien, sowie einer Präsentation von verschiedenen Postern.

Unsere Gruppe (bestehend aus Peter Tremp, Sandra Mittag, Jessica Dehler und mir) vertrat hochschuldidaktische Themen in einem kleinen Symposium mit dem Titel: “Qualitäten der universitären Lehre“.

Peter Tremp hielt in seinen Einleitung fest, dass Schulentwicklung und Qualitätsansprüche eng verbunden sind mit Fragen nach dem angestrebten Profil einer Bildungseinrichtung. So liessen sich Konzepte der einen Bildungsstufe auch nur bedingt auf andere Stufen übertragen. Ausgehend von dieser Überlegung fragten wir in unseren Beiträgen nach den Besonderheiten der universitären Hochschulstufe und den Implikationen für die Entwicklung der Lehre und die Qualitätsdiskussion.
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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Tagungen, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin

Jahreskongress “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” | Teil 1

Thursday, 2. July 2009 9:30

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Vom 29. Juni bis 1. Juli fand der Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerbildung (SGL) statt. Bereits vor der Eröffnung wurde für den wissenschaftlichen Nachwuchs eine Vorkonferenz organisiert mit dem Titel ”Meeting the editors” – oder: Welche Publikationsstrategien sind effektiv? Fünf Vertreter/-innen von Zeitschriften und eine Vertreterin eines Verlags stellten ihre Organe vor und es war den Anwesenden möglich, gezielt Fragen zu stellen. Mandy Schiefner hat in ihrem Blogbeitrag (hier) bereits ausführlich darüber berichtet.

Am Nachmittag wurde der Kongress dann offiziell von Regierungsratspräsidentin Regine Aeppli eröffnet und es folgten Willkommensreden von Prof. Dr. O. Jarren (Prorektor der Universität Zürich) sowie Prof. Elisabeth Hardegger (Präsidentin SGL). Danach eröffnete Prof. Dr. K. Reusser mit seinem Einführungsreferat “Von der Unterrichtsforschung zur Unterrichtsentwicklung – Probleme, Strategien, Bedingungen und Werkzeuge” den Kongress aus wissenschaftlicher Perspektive (vgl. dazu den Beitrag von Marita Fuchs von der Uni-Kommunikation). Prof. K. Reusser ging unter anderem auf die Frage ein, wie von man von Bildungsstandards zur Unterrichtsentwicklung gelangen kann. Also auf die Kardinalfrage, wie sich gemesssener Output in wirkungsvolleren Input und in verbesserte Lernprozesse zurückverfolgen lässt. Denn: Kompetenzorientierter Unterricht verlangt ein Umdenken von Stoffzielen zu Kompetenzzielen und von einer sozialen zu einer kriterialen Bezugsnorm und dies erfordere – so Reusser – auch eine neue Didaktik. Später in seinem Referat fokussierte er die erweiterten Lehr- und Lernformen (ELF) und verband dies mit der Frage, ob offene Unterrichtsformen auch individualisiertes, selbstbestimmtes und vor allem nachhaltiges Lernen ermöglichen. Er rekurrierte dabei auf Daten der Schweizerisch-Deutschen Video-Studie. So sind die ELF-Klassen zwar im Bereich der Unterrichtswahrnehmung (Instuktionseffizient, Schülerorientierung, Klarheit, kognitive Aktivierung) den traditionellen Klassen überlegen und es konnten Zusammenhänge zwischen der Oberflächenstruktur der Unterrichtsinszenierung auf die wahrgenommene Unterrichtsqualität und das Wohlbefinden festgestellt werden. Aber es liessen sich keine Effekt auf die Tiefenstruktur des Lernens finden. In ELF-Klassen wird also nicht besser gelernt… aber auch nicht schlechter! Reusser sprach von einem Mehrwert ohne nachweisbaren Minderwert bei ELF-Klassen. Er schloss sein Referat mit der Aussage: You havn’t taught until they have learnt!

Der nachfolgende Teil war ein Novum für einen Kongress und wurde deshalb auch “Special Event” genannt. Unter der Leitung von Dr. Christine Pauli wurde in der Plenumsveranstaltung sprachübergreifend und mit Videobeispielen aus drei Landesregionen der Schweiz der Frage nachgegangen: “Is there a Swiss Grammar of Schooling?” Ausgehend von je einem Beispiel einer Mathematiklektion auf der Sekundarstufe 1 aus der Romandie, dem Tessin und der Deutschschweiz kommentierten drei ausgewiesene Expert/-innen je die Beispiele der anderen Sprachregionen. So konnte – gemeinsam mit den Zuhörenden – nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht werden. Auch wenn die Beispiele als “Prototypen” ausgesucht wurden, können natürlich keine Schlüsse auf andere Lektionen derselben Sprachregion gezogen werden. Trotzdem ermöglichte dieser “Special Event” viele anregende Impulse!

Wer sich für die Abstracts aller Kongressbeiträge interessiert, kann sich hier den Kongressband herunterladen.

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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Tagungen | Kommentare (0) | Autor: admin