Beitrags-Archiv für die Kategory 'Universität'

“Ausgezeichnete Lehre!”

Sunday, 15. August 2010 18:46

Gerade richtig nach der Sommerpause erschien unser Buch “Ausgezeichnete Lehre!” Lehrpreise an Universitäten im Waxmann Verlag.

Schon vor einiger Zeit – im November 2008 – führte die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der UZH eine Tagung durch, welche Fragen im Zusammenhang mit der Vergabe von Lehrpreisen aufgegriffen hat. Das nun erschienene Buch dokumentiert einige Beiträge aus dieser Tagung, es sind aber noch andere ergänzend dazugekommen. Gegliedert ist das Buch in vier Teile, wobei der erste Zusammenhänge darstellt, der zweite Länderüberblicke liefert, der dritte ausgewählte Beispiele aufzeigt und der vierte Preise in anderen Sparten thematisiert. 

Mir scheint, dass eine sehr gute Mischung verschiedenster Beiträge zusammengestellt werden konnte!

Selber beschrieb ich im Buch in einem Kapitel das Verfahren an der Universität Zürich und stelle in einem anderen Kapitel gemeinsam mit Peter Tremp die Entwicklung der Etablierung von Lehrpreisen an Schweizer Hochschulen (inklusive einer tabellarischen Übersicht) dar. Die Vergabepraxis in der Schweiz ist – wie könnte es anders sein – an jeder Universität wieder anders… Wen es genauer interessiert, dem sei die Lektüre des Buches empfohlen!

Thema: Hochschullehre, Tagungen, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

E-Portfolio Tagung

Thursday, 27. May 2010 19:56

Am 19. Mai 2010 fand in Bern eine von der schweizerischen e-learning Community organisierte informelle E-Portfoliotagung statt, da das Thema E-Portfolio in jüngerer Vergangenheit zunehmendes Interesse an Schweizer Hochschulen gewonnen hat (Martin Hofmann berichtete bereits hier). Dem E-Portfolio wird sowohl als didaktisches Instrument als auch für die Organisation persönlicher lebenslanger Lernaktivitäten grosses Potenzial zugeschrieben.

Ein wesentliches Ziel der Veranstaltung ist den Teilnehmern die Möglichkeit zu einem intensiven Informationsaustausch zu bieten.

Es fanden sich über 50 Interessierte ein und insgesamt neun Personen stellten entweder ihre Erfahrungen mit E-Portfolios und/oder technische Aspekte von Softwarelösungen vor. Ich war beeindruckt von der Fülle der Informationen und konnte viel lernen! Die Folien der meisten Inputs können hier heruntergeladen werden.

Im Progamm “Teaching Skills” der Universität Zürich sammelten wir ebenfalls erste Erfahrungen mit einem E-Lehrportfolio und die Absolvent/-innen gestalteten ihre E-Portfolios mit der Software Mahara. Sicher den schwierigsten Teil stellt die “didaktische Reflexion” in einem Lehrportfolio (egal ob “E” oder nicht) dar. Wie Assistierende ihre Lehrtätigkeit beschreiben, reflektieren und evaluieren ist von grosser Bedeutung für ihre Lehrkompetenzentwicklung.

Im Anschluss an die Tagung formierte sich eine SIG um das weitere Vorgehen bezüglich E-Portfolio an Schweizer Hochschulen zu konzipieren. Man kann gespannt sein!

Thema: Didaktik, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Tagungen, Universität, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin

Friday Lectures | Universität Wien

Friday, 7. May 2010 17:35

Heute hielt ich im Rahmen der Friday Lectures der Universität Wien ein Referat zum Thema “Verknüpfung von Forschung und Lehre in der studentischen Wahrnehmung”.

Im Zentrum der Friday Lectures steht die Auseinandersetzung mit vermeintlichen und echten Problemen sowie mit Vorteilen der Bologna-Studienstrukturreformen. Anliegen der Friday Lectures ist es, Problemstellungen, die auch mit den Studierendenprotesten besondere Aktualität erlangten, aus wissenschaftlicher Perspektive zu reflektieren und interessierte Studierende aktiv in den Diskussionsprozess einzubinden.

In meinem Referat ging es um die Wahrnehmung der Studierenden bezüglich der Verknüpfung von Forschung und Lehre an der Universität Zürich. Dieses “research-based teaching” war der Schwerpunkt bei der Lehrpreisvergabe im Jahr 2009 (vgl. hier). Die Studierenden mussten bei ihrer Wahl begründen, wie genau die von ihnen gewählte Person Forschung und Lehre in ihrer Lehrveranstaltung verknüpft. Mittels Inhaltsanalyse konnten sodann Codes generiert werden und es zeigt sich, dass am meisten Nennungen den Codes “aktuellen Stand der Forschung in die Lehre integrieren”, “Forschungsbeispiele liefern” und “Forschungs-/Fachhintergrund gut erklären” zugeordnet werden konnten.

In der anschliessenden Diskussion mit den Studierenden und den anwesenden Dozierenden und Mitarbeitenden von der Universität Wien wurden vor allem Fragen bezüglich des Nutzens der Einheit von Forschung und Lehre für die Studierenden erörtert. Gerade in der Studieneingangsphase, mit vielen sehr überfüllten Studienprogrammen, seien die Ziele Universität – welche u.a. gerade in der forschungsbasierten Lehre” zu suchen sind – für die Studierenden nicht erlebbar. Denn wenn überfüllte Studienprogramme es unterstützen (so die Aussage einer anwesenden Studentin), dass Studierende möglichst schnell oberflächliche Kenntnisse erlangen, dann sei keine Verknüpfung von Forschung und Lehre möglich, denn diese bedürfe der Zeit, um Fragestellungen sorgfältig zu generieren und Erkenntnisse auch vernetzt zu verarbeiten und mit anderen Studierenden und den Dozierenden zu erörtern.

Dies ist tatsächlich eine besonder Herausforderung der Studieneingangsstufe  – und trotzdem: in den Antworten der Zürcher Studierenden lassen sich Hinweise finden, dass es sehr viele Dozierende schaffen, bei den Studierenden eine Forschungsbegeisterung auszulösen resp. ihnen aufzuzeigen, was den Forschung überhaupt heisst und weshalb an der Univerisät – im Gegensatz zu anderen Bildungsinstitutionen – forschungsorientiert gelehrt werden soll.

Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Lehrpreis 2010 | Universität Zürich

Monday, 26. April 2010 17:23

Bereits zum vierten Mal wurde an der Universität Zürich (UZH) der “Credit Suisse Award for Best Teaching” vom Rektor am Dies Academicus vom 24. April überreicht. Da sich gute Lehre durch verschieden Aspekte auszeichnet, beleuchtet die UZH jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema. Für den Lehrpreis 2010 stand der Schwerpunkt „Lerndialog“ zur Debatte, denn Lehren und Lernen sind auch soziale Prozesse und der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden ist ein zentraler Bestandteil universitärer Bildung. So kann sich ein Lerndialog beispielsweise als vielgestaltige Interaktivität in Lehrveranstaltungen, bei der Verwendung interaktiver Lernmedien oder auch als Rückmeldungen auf studentisches Leistungen (Projekte, Referate, Prüfungen …) etablieren.

Alle eingeschriebenen Studierenden der UZH wählten in einer Onlineumfrage zuerst ihren Favoriten/ihre Favoritin und mussten danach ihre Wahl auch in wenigen Stichworten begründen.

Dieses Jahr ging der Preis an Prof. Dr. Michael Hengartner vom Institut für Molekulare Biologie und Studierende begründeten ihre Wahl zum Beispiel mit folgenden Voten:

  • Er geht auf Anregungen und Fragen sowohl schriftlich als auch mündlich ein, seine Internetplattform ist immer aktuell und er bietet Podcasts an – trotzdem sind die Hörsäle morgen um 8.00 Uhr immer voll.
  • Prof. Hengartner unterstützt die Studierenden am besten: Er ist der einzige Dozent, der sich einmal pro Woche eine Office-Hour nimmt um Fragen und Probleme der Studierenden zum Stoff zu erklären.
  • Herr Hengartner gibt einem das Gefühl, dass man ohne Scham Fragen stellen kann und dass E-Mails oder persönlicher Kontakt (nach den Vorlesungen) bezüglich des Unterrichtsstoffs sehr willkommen sind.

Im Interview mit dem Preisträger fragte ich ihn, ob er sich in solchen Antworten wiedererkennt und ob dies tatsächlich Punkte sind, die ihm in der Lehre – zur Förderung eines fruchtbaren Lerndialogs – wichtig sind. Wen die Antworten von Prof. Hengartner auf diese und andere Fragen interessieren, ist herzlich eingeladen, sich das Video anzusehen (auf Bild klicken)!

Zudem wurde heute in der Neuen Zürcher Zeitung ein Artikel zu Lehrpreisen an Universitäten und Hochschulen veröffentlicht, in welchem Prof. Hengartner ebenfalls zu Wort kommt. Der Artikel mit dem provokativen Titel “Zum besten Dozenten gekürt oder einfach nur zum beliebtesten?” geht neben anderem genau dieser Frage nach. Wichtig scheint mir die These, dass es sicher nicht darum gehen kann, ein Beliebtheitspreis zu vergeben, sondern dass der Preis eine öffentliche Auszeichnung für hervorragende Leistung in exemplarischen Sinne sein soll.

Hier kann der ganze Artikel heruntergeladen werden.

Thema: Didaktik, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

DOSS | Dortmunder Spring School 2010

Tuesday, 2. March 2010 11:31

Vom 3.-5. März findet an der Technischen Universität Dortmund die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD) und gleichzeitig die 4. Dortmunder Spring School for Academic Staff Developers (DOSS) statt.

Ziel ist es, Konvergenzen und Divergenzen fachbezogener und fachübergreifender hochschuldidaktischer Ansätze aufzuzeigen und damit ein Feld aufzuspannen, in dem sich verschiedene Ansätze verorten, differenzieren und integrieren lassen. Mit der Konferenz möchten wir hochschuldidaktische Ansätze in verschiedenen Fächern diskutieren, Widerstände thematisieren und Synergie-Effekte verdeutlichen.

Selber habe ich einen Beitrag für eine Diskurswerkstatt eingereicht zum Thema “Hospitationen an Universitäten und Hochschulen mit Hilfe des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” (Abstract) (Handout) und hoffte mit den angemeldeten Teilnehmenden eine angeregte Diskussion zu führen. Meine Ausgangsthese lautet, dass wenn eine Hospitantin / ein Hospitant nicht nur über fachspezifisches und allgemein-didaktisches Wissen, sondern auch über fachspezifisch-pädagogisches Wissen verfügt und mit den Möglichkeiten des “Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings” vertraut ist, die Hospitation fruchtbarere Ergebnisse für die Lehrperson bringen kann.

Leider musste ich am letzten Samstag mein Knie operieren und bin nicht reisefähig, weswegen ich mich vom Kongress abmelden musste. Schade!

Thema: Didaktik, Tagungen, Universität, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin

Bolognareform und Prüfungslandschaft

Tuesday, 23. February 2010 6:49

In der “Neuen Zürcher Zeitung” vom 8. Februar 2010 erschien ein Artikel mit dem Titel “Die Bologna-Reform veränderte die Prüfungslandschaft – geschätzte rund 100’000 Prüfungen pro Semester müssen korrigiert werden” von Markus Binder. Obwohl der Verweis auf diesen Artikel nicht mehr ganz aktuell ist, schient es mir dennoch wichtig, nochmals die Hauptaussagen des Artikels aufzugreifen.

Es ist eine simple Rechnung: An der Universität Zürich gibt es rund 20’000 Bachelor- und Masterstudierende, die pro Semester vier bis fünf Module besuchen. Macht 80’000 bis 100’000 Prüfungen pro Semester. Weil gleichzeitig die Prüfungsperiode am Ende des Semesters stark verkürzt worden ist, erstaunt es nicht, dass der gestiegene Prüfungs- und Korrekturaufwand wegen der Bologna-Reform beklagt wird.

Dazu lässt sich tatsächlich nichts anmerken, dies sind Fakten, mit welchen alle Studierenden aber auch alle Dozierenden konfrontiert sind. Dass vor allem die Assistierenden sehr gefordert sind, ist ein bekanntes Problem, denn sie tragen die Hauptlast der Korrekturarbeiten.

Umso erstaunlicher ist nach Binder die Zurückhaltung von Vertreter/-innen des Mittelbaus, dass es “gar nicht so dramatisch” sei. Drei Gründe sprechen jedoch laut diesen dafür:

  1. Bologna trifft nicht alle Fächer gleich, viele Fächer der Natur- und Sozialwissenschaften waren schon vor der Reform eine grosse Zahl von Prüfungen und Studierenden gewohnt.
  2. Die Assistierenden wollen den Aufwand für Prüfung und Korrektur nicht isoliert sehen, sondern grundsätzlich auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen (hohe Arbeitsbelastung, klareres Pflichtenheft,…)
  3. Die Reform habe auch das Nachdenken über das eigene Fach gefördert, was positiv zu vermerken sei.

Hier setzt auch die Vermutung an, dass einige Institute, die über die Prüfungslast klagen, die Reform zu oberflächlich umgesetzt haben und Prüfungen als Anhängsel einer Veranstaltung sehen, anstatt in Modulen zu denken, wie Balthasar Eugster von der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik vermerkt.

Trotzdem:

Bleibt [an der Universität Zürich, Anmerkung KF] die riesige Zahl von 200’000 Leistungsnachweisen pro Jahr, die auch mit einer stärkeren Modularisierung nicht wesentlich kleiner wird.

Gespannt können wir da auf die Ergebnisse des Pilotprojektes “E-Assessment” warten, welche im Herbst 2010 vorliegen sollten und aufzeigen, welche Prüfungen sich sinnvoll auf dem Computer absolvieren lassen und wie sie organisiert werden müssen.

Download des Artikel der NZZ: hier

Thema: Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Bildungsbericht Schweiz 2010

Sunday, 14. February 2010 6:35

Der neue Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF ist anfangs Februar erschienen.

Die SKBF wurde mit der Erstellung des Bildungsberichts Schweiz 2010 beauftragt, der Daten und Informationen aus Statistik, Forschung und Verwaltung zum gesamten Bildungswesen der Schweiz von der Vorschule bis zur Weiterbildung umfasst. Er informiert über relevante Kontextbedingungen und institutionelle Merkmale jeder Bildungsstufe und beurteilt die Leistungen des Bildungswesens anhand der drei Kriterien Effektivität, Effizienz und Equity. Die Befunde und Steuerungsinformationen sollen Bildungsverwaltung und Bildungspolitik bei der Entscheidungsfindung unterstützen und die öffentliche Diskussion über das schweizerische Bildungswesen bereichern.

Das gedruckte Exemplar kostet 60 Franken, will man sich einen kurzen Überblick verschaffen, können die “Schnappschüsse” aus dem Bericht heruntergeladen werden, der gesamte Bericht kann jedoch auch als PDF (hier) bezogen werden.

Radio DRS strahlte zudem ein Tagesgespräch zum Bildungsbericht mit dem Titel: “Wer soll den kiloschweren Bildungsbericht lesen?” mit Stefan Wolter aus (hier).

Kurz zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Qualität der Bildung in der Schweiz (von der Vorschulstufe bis zu den universitären Hochschulen) gut bis sehr gut ist, dass es jedoch Benachteiligte schwer haben und dies ein Leben lang.

Da der Bericht – wie erwähnt – sehr umfänglich ist, nur einige Auszüge aus den Schnappschüssen:

Universitäre Hochschulen

Die meisten Universitäten in den Toprängen der beiden meistbeachteten Rankings befinden sich in den USA. Betrachtet man aber, in Anlehnung an Aghion (2007), den Anteil aller Studierenden, die in einem Land an einer jeweiligen Top-Hochschule unterrichtet werden, ist die Schweiz Weltklasse. Über 70% der Schweizer Studenten und Studentinnen besuchen eine Top-200-Hochschule («Shanghai Ranking»), während es in Amerika nur rund 20% sind. Zu beachten ist, dass diese Quote noch wei ter steigen würde, wenn man für ihre Berechnung nur die Volluniversitäten berücksichtigen würde. Das Schweizer Hochschulsystem ist also in dem Sinne sehr effektiv, dass eine Mehrheit der Studierenden (im Unterschied zu den meisten anderen Ländern) an einer Universität mit weltweit anerkannten Forschungsleistungen studieren kann. (S. 5).

Kumulative Effekte: Lebenszufriedenheit und Glück

Theoretisch kann Bildung auf das subjektiv wahrgenommene Glück direkt positiv wie negativ einwirken. Einerseits kann das durch Bildung erworbene Wissen per se als Nutzen betrachtet werden (wie ein normales Gut) und somit die Lebenszufriedenheit steigern. Bildung kann aber auch die Möglichkeiten zur Selbst- und Fremdreflexion verbessern und so die Chancen erhöhen, mit dem Leben oder auch mit Schicksalschlägen besser umzugehen. Anderseits lassen sich theoretisch auch negative Effekte der Bildung auf die Lebenszufriedenheit vorstellen, wenn eine höhere Bildung gesteigerte Erwartung an sich selbst und andere hervorbringt, die schwieriger zu erfüllen sind (S. 9; vgl. Abbildung).

Der Bericht gibt keine Empfehlungen ab resp. macht keine Interpretation der Daten von Seiten der Autorinnen und Autoren (dies war auch nicht deren Auftrag). Er gibt jedoch eine Fülle an Informationen, die zu lesen und allenfalls selbst zu interpretieren, mir als sehr hilfreich und spannend erscheint.

Thema: Bildung, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Universität | Kommentare (2) | Autor: admin

Mehr Ehre für die Lehre

Saturday, 14. November 2009 15:48

Ein Video des Stifterverbandes zur Konferenz “Mehr Ehre für die Lehre” vom November 2008 thematisiert die Sicht der Lehrenden an Universitäten und Fachhochschulen des 21. Jahrhunderts:

In diesem Zusammenhang werden – nicht nur vom Stifterverband – auch immer öfter Preise für “gute” Lehre vergeben. So wird auch an der Universität Zürich wiederum ab dem 20. November 2009 eine Online-Umfrage gestartet, bei welcher sämtliche immatrikulierten Studierenden die beste Dozentin oder den besten Dozenten wählen können. Wie immer wird dies nicht global erfragt, sondern es wird eine Perspektive beleuchtet: Dieses Mal soll diejenige Person gewählt werden, welche es schafft, mit den Studierenden den ergiebigsten “Lerndialog” zu führen.

Für den Lehrpreis 2010 steht der Schwerpunkt «Lerndialog» im Zentrum, denn Lehren und Lernen sind auch soziale Prozesse. Der Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden, als auch unter Studierenden, ist ein zentraler Bestandteil universitärer Bildung. So kann sich ein Lerndialog beispielsweise als Interaktion in Lehrveranstaltungen, bei der Verwendung interaktiver Lernmedien oder auch als Rückmeldungen auf studentische Leistungen (Projekte, Referate, Prüfungen, …) etablieren.

So go and vote – die Umfrage für die Studierenden der Universität Zürich startet am 20. November 2009!

Thema: Bildung, Didaktik, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Lernkulturen an Hochschulen

Tuesday, 10. November 2009 5:23

Per Zufall stiess ich auf einen neuen Forschungsschwerpunkt des Institutes für Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen:

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts “Lernkulturen an Hochschulen” bearbeiten am Institut für Wirtschaftspädagogik drei DoktorandInnen (Jenny Dommen, Thema: Prüfungskulturen an Hochschulen; Anja Gebhardt, Thema: Entwicklung eines Inventars zur Erfassung von Lernkulturen an Hochschulen und  Tobias Jenert, Thema: Studienprogramme gestalten?! Zum Einfluss der Gestaltung von Studienkontexten auf die Studienorganisation) Forschungsfragen im Themenbereich Lernen und Lehren an der Hochschule. Gefördert werden die Projekte durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Pro*Doc-Programms.

Mit Interesse las ich das diesen drei Arbeiten zugrunde liegende Verständnis von Lernkulturen an Hochschulen (Download hier) mit dem Zusatztitel: Theoretische Überlegungen zur Betrachtung studentischen Lernens unter individueller, pädagogischer und organisatorischer Perspektive. Das Ziel des Artikels beschreibt die Autorenschaft so, dass es um eine konzeptuelle Begriffsbestimmung des Konstrukts Lernkulturen an Hochschulen geht, das einerseits umfassenden Charakter besitzt und andererseits den spezifischen Gegebenheiten des Lernortes Hochschule Rechnung trägt (vgl. ebd., S.5). Dies alles basierend auf dem Hintergrund, dass sich in verschiedenen Bereichen des Bildungssystems ein Wandel der Lernkulturen vollzieht resp. die Schaffung neuer Lernkulturen gefordert wird (vgl. dazu die Schlagworte wie “Kompetenz- und Outputorientierung” oder “Shift from Teaching to Learning”.

[...]

Thema: Bildung, Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (6) | Autor: admin

EARLI 2009 | Teil 1

Sunday, 30. August 2009 13:18

Die diesjährige EARLI-Konferenz (European Association for Research on Learning and Instruction) fand vom 25.-29. August 2009 in Amsterdam zum Thema: “Fostering Communities of Learners” statt. Über 2000 Teilnehmende waren an der VU University versammelt. Davon waren immerhin ca. 120 aus der Schweiz, was prozentual zur Einwohner/-innenzahl der Schweiz gar nicht so schlecht ist.

Die Tagung war hervorragend organisiert und was mir besonders gefiel, waren einige – zumindest für mich – neue Formate. So gab es neben den gängigen Symposien, Keynotes und Paperpräsentationen auch sogenannte “Roundtables” bei welchen Arbeiten vorgestellt wurden, welche mitten im Prozess sind. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik blieben pro Thema noch fast 45 Minuten um intensiv und in kleinen Gruppen die Fragen der Präsentatorin / des Präsentators zu diskutieren.

Ebenfalls gelungen scheint mir die etwas andere Form der Posterpräsentationen. Waren diese nicht wie sonst üblich alle in einem Raum und man kämpfte sich zu dem Poster durch, das einen interessierte, sondern sie waren thematisch gruppiert, so dass nicht mehr als sechs Poster in einem Raum waren. Nach einer kurzen Sichtung aller Poster wanderte die Gruppe dann geführt von Poster zu Poster und die Ausstellenden hatten fünf Minuten Zeit ihr Poster zu präsentieren. Danach konnte man sich nochmals vertiefter und individuell mit demjenigen Poster auseinandersetzen, welches einen am meisten interessierte. Diese Form ermöglicht es, tatsächlich etwas über die Person, die hinter dem Poster steht zu erfahren und auch einen vertieften Zugang zu den Inhalten zu erhalten und nicht in einem Meer von Menschen und Postern zu “versinken”.

Ein drittes Format waren die Workshops, in welchen man sich 90 Minuten aktiv mit einem Thema, einer Fragestellung oder ganz konkret mit einer neuen Software auseinandersetzen konnte.

Gerne stelle ich nun nachfolgend eine kleine Auswahl der von mir besuchten Veranstaltungen vor. Ich habe mich vor allem auf Themen der Hochschudidaktik und der Lehrer/-innenbildung fokussiert, bin jedoch auch in den einen oder anderen ICT-Veranstanstaltung gesessen. Sowieso hatte ich den Eindruck, aber vielleicht täusche ich mich, dass im Vergleich zu anderen Jahren diesmal viel mehr Sessions zu computer-unterstütztem Lernen und auch zu einigen Web2.0 Applikationen angeboten wurden.Netterweise wurde einem diesmal nicht nur ein Tagungsband ausgeliefert, sondern auf einem USB-Stick auch noch alle Abstracts und Proposals, so dass man sich bestens auf die Referate vor- resp. nachbereiten konnte.

Nun aber zum Inhaltlichen: [...]

Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Medienpädagogik, Schule, Tagungen, Universität, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin