Sommerpause
Sunday, 19. July 2009 13:25
Thema: Diverses | Kommentare (0) | Autor: admin
Sunday, 12. July 2009 5:35
Helmke, A., Piskol, K., Pikowsky, B. & Wagner, W. (2009). Schüler als Experten von Unterricht. Unterrichtsqualität aus Schülerperspektive. Lernende Schule, 46-47, 98-105.
Der Wochenartikel 06 hatte beinahe denselben Titel (vgl. hier) und demzufolge ist auch das Thema sehr ähnlich. Es geht um die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schüler zum Unterricht, denn – so schreiben die Autoren, trivial aber wahr – Schülerinnen und Schüler sind die Adressaten des Unterrichts. So stellt der Artikel denn auch einen neu entwickelten Fragebogensatz zur Unterrichtsqualität vor, welcher im Rahmen der Diplomarbeit von Piskol (2008) empirisch überprüft und weiterentwickelt wurde.
Anders als die meisten unterrichtsrelevanten Fragebögen beziehen sich die hier vorgestellten Instrumente jedoch nicht auf Unterricht im Allgemeinen, sondern der Beobachtungsgegenstand ist eine konkrete Unterrichtsstunde. Vorteil dieses Vorgehens ist eine geringe Verzerrung durch Gedächtniseffekte, da die konkrete Unterrichtsstunde gut erinnerbar ist und somit die Übereinstimmung zwischen den Schülereinschätzungen höher ist, als wenn der Unterricht “im Allgemeinen” beurteilt werden soll. «Einschränkend ist zu sagen, dass Aussagen über die konkrete Unterrichtsstunde hinaus nicht gemacht werden können, da Unterrichtsstunden sich sehr unterscheiden können. [...] Diese Einschränkung ist jedoch kein wirklicher Nachteil weil es nicht um die Beurteilung des unterrichtlichen Könnens geht, sondern um die empirisch orientierte Reflexion über Unterricht» (vgl. ebd., S. 98 ff.).
Zudem eröffnet der simultane Einsatz des Schülerfragebogens und des inhaltlich völlig äquivalenten Lehrerfragebogens interessante Möglichkeiten des Vergleichs:
So lässt sich laut den Autorinnen und Autoren durch den Vergleich von Eingangsmessung und wiederholter Messung dann empirisch belegen, ob die spezifischen Ansätze zur Unterrichtsentwicklung den Unterricht aus Schülersicht nachweislich verändert haben. Und gerade dies scheint mir das Instrument spannend für die Unterrichtsentwicklung zu machen, vor allem auch dann, wenn solche Befragungen Bestandteil des Schulkonzepts sind und von schulischen Teams regelmässig eingeholt sowie reflektiert werden. Dies kann dann zum Anlass genommen werden, um sich mit Fachkollegen Rückmeldungen zu geben und sich zu beraten.
Thema: Lehrer/-innenbildung, Schule | Kommentare (0) | Autor: admin
Wednesday, 8. July 2009 6:59
Via den folgenden Blogeintrag im e-Denkarium von Prof. Dr. Gabi Reinmann, bin ich auf den Artikel von Holm Tetens aufmerksam gemacht wurden (hier einsehbar), welcher sich ebenfalls Gedanken zur Idee der Universität macht. Ebenfalls deshalb, weil ich hier bereits den von Prof. Dr. U. Herrmann zur Veröffentlichung freigegeben Artikel erwähnt habe.
Tetens umschreibt die “Idee der Universität” folgendermassen:
Wissenschaft versucht systematisch und methodisch zu erkunden (erforschen), was alles Wichtiges in der Welt der Fall ist und warum es der Fall ist. Bei dieser Erforschung der Welt lassen sich die Wissenschaftler durch fünf Ideale anleiten: das Ideal der Wahrheit, das Ideal der Begründung, das Ideal der Erklärung und des Verstehens, das Ideal der Selbstreflexion und das Ideal der Intersubjektivität.
Da die Wissenschaft ihrer Idee nach kein Geheimwissen einer privilegierten Minderheit hervorbringt, müssen – ihrem Ideal nach Intersubjektivität nach – sich wissenschaftliche Resultate auch immer wieder von anderen Forschern nachvollziehen und bestätigen lassen. «Wissen, das sich nicht intersubjektiv mitteilen und intersubjektiv nachprüfen lässt, verwirkt auf Dauer den Anspruch, wissenschaftliches Wissen zu sein» (vgl. Tetens, 2008).
Aus der “Idee der Universität / der Idee der Wissenschaft” folgert Tetens Grundätze, nach denen die beiden Aufgaben der Universitäten, die Forschung und die Lehre, zu organisieren sind.
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Thema: Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin
Tuesday, 7. July 2009 4:59
Der von der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) organisierte Jahreskongress zum Thema “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” fand am 1. Juli 2009 seinen Abschluss.
Am Vormittag besuchte ich ein grosses Symposium zum Thema “Unterrichtscoching in der Lehrerbildung”. In diesem Symposium wurden Ergebnisse aus vier Studien berichtet, in welchen das Modell des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings (West & Staub, 2003; Staub, 2001, 2004, 2006) in unterschiedliche Kontexte übertragen wurde. In drei Einzelstudien ging es um reine Weiterbildungskontexte.
So berichtet als erster Ueli Hirt von der PH Bern von den Erfahrungen, Herausforderungen und Brennpunkte, welche sie mit dem Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings (Content Focused Coching | CFC) in der Weiterbildung von Lehrpersonen gemacht hatten. Die Weiterbildung findet – ganz nach dem Modell – im Unterricht der Lehrperson statt. Der Unterrichtscoach verfügt über vertiefte fachdidaktische, unterrichts- und lernrelevante Kenntnisse, über eine Ausbildung im CFC und über ausgewiesene Stufen- und Facherfahrung. Zudem ist er oder sie als Dozent/-in am Institut für Weiterbildung tätig, aber – und dies scheint mir sehr zentral – unterrichtet auch selber auf der Zielstufe. Diese Form der Weiterbildung (genaue Beschreibung hier einsehbar) dauert mit der Erst- und der Abschlussbesprechung insgesamt 20 Stunden.
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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Lehrer/-innenbildung, Schule, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin
Tuesday, 7. July 2009 2:36
Vom 5. bis 8. Juli findet in Paris die Weltkonferenz zur Hochschulbildung (World Conference on Higher Education) unter dem Titel “Die neue Dynamik in Hochschulbildung und Forschung für sozialen Wandel und Entwicklung” statt. Zu dieser Konferenz hat das Internationale Zentrum für Hochschulforschung der Universität Kassel (INCHER-Kassel) zusammen mit dem UNESCO Forum on Higher Education, Research and Knowledge einen Bericht publiziert, der Expertenwissen zur weltweiten Hochschul- und Wissenschaftsentwicklung versammelt.
Via Bildungklick erfährt man, dass der Band “Higher Education, Research and Innovation: Changing Dynamics”, herausgegeben von V. Lynn Meek, Ulrich Teichler und Mary- Louise Kearney erschienen ist und bei der UNESCO gedruckt bezogen oder hier als PDF heruntergeladen werden kann.
Der Band verdeutlicht die Dynamik der weltweiten Veränderungen in Hochschule und Forschung. Dabei greift er die zentralen Themen auf, mit denen sich das UNESCO Forum und die in ihm aktiven Experten seit 2001 beschäftigen, und beleuchtet aus einer Meta-Perspektive sowohl den Stand der Forschung als auch die öffentliche Debatte über Hochschule und Wissensproduktion.Die Autorinnen und Autoren geben Einblick in weltweite Dynamiken der Wissensgesellschaft und in die Rolle von Hochschule und Forschung bei der Wissensproduktion, zeigen die wichtigsten Veränderungen in der Wissenslandschaft in den letzten 10 Jahren und deren politische und gesellschaftliche Einflüsse auf, beschreiben die Herausforderungen für wissenschaftliche Forschung besonders in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen und betonen die Notwendigkeit weiterer kontinuierlicher “Forschung über Forschung”. Indem er die wichtigsten Herausforderungen für die Wissensproduktion und -vermittlung in einer globalisierten Welt thematisiert, richtet sich der Band ebenso an politisch Verantwortliche wie an die Wissenschaft.
Thema: Bildung, Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin
Sunday, 5. July 2009 8:02
Criblez. L., Oelkers, J., Reusser, K., Berner, E., Halbheer, U. & Huber. C. (2009). Bildungsstandards. Seelze-Velber: Kallmeyer.
Kaum ein Thema hat im fachwissenschaftlichen und im bildungspolitischen Diskurs der letzten Jahre so hohe Aufmerksamkeit erzeugt wie die “Bildungsstandards”. Das Buch ist als Einführung konzipiert und verbindet theoretische Reflexionen mit Informationen und Hinweisen zur Einführung von Bildungsstandards in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es werden im Buch auch Massnahmen reflektiert, die in Verbindung mit der Implementierung von Bildungsstandards notwendig sind, um die erhofften Qualitätsverbesserungen tatsächlich erreichen zu können. Sollen Bildungsstandards in der Schule etwas bewirken, müssen sich Lehrerinnen und Lehrer sich mit den in diesem Band thematisierten Grundfragen auseinandersetzen. Aufgaben sowie weiterführende Texte und Dokumentationen, die dem Band auf einer CD-Rom beigelegt sind, unterstützen diesen Prozess.
Soviel zum Klappentext, doch in welche Kapitel gliedert sich das Buch?
Nach einer Einleitung, wird der Begriff “Standard” definiert: «Dem Standardbegriff wohnen zwei Bedeutungen inne: Einerseits bezeichnet ein Standard ein Ziel, also einen zu erreichenden Ideal- oder Normalfall (“was gemacht, erreicht werden sollt”). Andererseits kann aber auch ein erreichtes Qualitäts- oder Leistungsniveau gemeint sein, also die Messung einer Leistung im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel oder Ideal (“wie gut etwas gemacht wurde”). Im ersten Fall geht es um das Entweder-oder, im zweiten um das Mehr-oder-weniger bzw. Besser-oder-schlechter (vgl. Herzog, 2008b, S. 3; Ravitch, 1995, S. 7)» (Criblez et al., 2009, S. 17, Hervorhebung im Original). Da derzeit im deutschsprachigen Europa ein Wandel von einer inputorientierten hin zu einer outputorientierten Steuerung festzustellen ist, beziehen sich Standards nicht mehr nur auf die Inputs des Bildungssystems (Lehrpläne, Lehrmittel, Finanzen, Infrastruktur, Lehrerlektionen usw.), sondern der Blick wird vermehrt auf die Ergebnisse und die Wirkungen von Schule gerichtet (Output und Outcomes) (vgl. ebd., S. 19).
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Thema: Bildung, Didaktik, Lehrer/-innenbildung, Schule | Kommentare (0) | Autor: admin
Saturday, 4. July 2009 9:15
Der zweite Tag des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) mit dem Thema “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” stand ganz im Zeichen von diversen parallel verlaufenden grossen und kleinen Symposien, sowie einer Präsentation von verschiedenen Postern.
Unsere Gruppe (bestehend aus Peter Tremp, Sandra Mittag, Jessica Dehler und mir) vertrat hochschuldidaktische Themen in einem kleinen Symposium mit dem Titel: “Qualitäten der universitären Lehre“.
Peter Tremp hielt in seinen Einleitung fest, dass Schulentwicklung und Qualitätsansprüche eng verbunden sind mit Fragen nach dem angestrebten Profil einer Bildungseinrichtung. So liessen sich Konzepte der einen Bildungsstufe auch nur bedingt auf andere Stufen übertragen. Ausgehend von dieser Überlegung fragten wir in unseren Beiträgen nach den Besonderheiten der universitären Hochschulstufe und den Implikationen für die Entwicklung der Lehre und die Qualitätsdiskussion.
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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Tagungen, Unterrichtscoaching | Kommentare (0) | Autor: admin
Saturday, 4. July 2009 5:20
Die Hochschulreform und ihre schreckliche Wirklichkeit “Die Idee der Universität” – Ein Wort an die Ignoranten unter ihren Verächtern: So lautet der Titel eines Artikels welchen Prof. Dr. Ulrich Herrmann (erimitierter Professor für Allgemeine und Historische Pädagogik) am 3. Juli 2009 im Bildungsklick zur Veröffentlich frei gegeben hat.
Worum geht es?
Einleitend hält Herrmann fest, dass Jürgen Habermas bei einem Festakt ein paar Sätze sagte, die das Publikum bewegten:
In jedem Seminar kann ein neues Gesicht auftauchen, ein Student resp. eine Studentin, der/die einen unerwarteten Stein ins Wasser wirft. Das ist das Ausserordentliche des universitären Lebens uns Lernens. Denn er (Habermas) glaube, dass es im Seminar nur so lange mit rechten Dingen zugeht, wie auch der Professor/die Professorin von seinen/ihren Studierenden etwas lernen kann.
Herrmann schliesst aus diesen Sätzen, dass dies – im Jahre 10 von Bologna – Humboldt pur sei und begründet dies in seinem kurzen und klar geschrieben Artikel fogendermassen:
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Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin
Friday, 3. July 2009 9:41
Berlin, 30. Juni 2009 – Laut (N)ONLINER Atlas 2009 ist der Onliner-Anteil in Deutschland im Vergleichzum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 69,1 Prozent deutlich gestiegen und weist damit diezweithöchste Steigerungsrate der letzten sechs Jahre auf. Gleichzeitig ist der Offliner-Anteil um 3,3 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent gesunken. Mit 4,3 Prozent wollen 0,6 Prozent weniger Nutzungsplaner als im Vorjahr in den nächsten zwölf Monaten das Internet neu für sich entdecken.
Das sind zentrale Ergebnisse des (N)ONLINER Atlas 2009, einer Studie der Initiative D21, die bereitszum neunten Mal von TNS Infratest durchgeführt wurde. Jedes Jahr werden in Deutschlands größter repräsentativer Studie zur Internetnutzung die Veränderungen in diesem Bereich detailliert beleuchtet. Mit über 30.000 Interviews dokumentiert der diesjährige (N)ONLINER Atlas Strukturen der Nutzung und Nichtnutzung nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigungund veröffentlicht regionale Vergleiche nach Bundesländern, Regierungsbezirken und Ortsgrößenklassen.
Interessant sind die Entwicklung bei den Geschlechtern resp. Altersgruppen. So ist bei den Frauen eine deutlichere Erhöhung des Anteils der Internetnutzung festzustellen als bei den Männern. Die Internetnutzung nimmt in allen Altersgruppen zu, doch am stärksten bei den 60-69-jährigen. Ich kann mich zudem der Meinung von Sandra Hofhues anschliessen, dass es wenig überraschend ist, dass Männer das Internet häufiger nutzen als Frauen und dass ein Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Berufstätigkeit besteht (das Internet wird weitaus häufiger von Berufstätigen genutzt).
Thema: Medienpädagogik, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin
Thursday, 2. July 2009 9:30
Vom 29. Juni bis 1. Juli fand der Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerbildung (SGL) statt. Bereits vor der Eröffnung wurde für den wissenschaftlichen Nachwuchs eine Vorkonferenz organisiert mit dem Titel ”Meeting the editors” – oder: Welche Publikationsstrategien sind effektiv? Fünf Vertreter/-innen von Zeitschriften und eine Vertreterin eines Verlags stellten ihre Organe vor und es war den Anwesenden möglich, gezielt Fragen zu stellen. Mandy Schiefner hat in ihrem Blogbeitrag (hier) bereits ausführlich darüber berichtet.
Am Nachmittag wurde der Kongress dann offiziell von Regierungsratspräsidentin Regine Aeppli eröffnet und es folgten Willkommensreden von Prof. Dr. O. Jarren (Prorektor der Universität Zürich) sowie Prof. Elisabeth Hardegger (Präsidentin SGL). Danach eröffnete Prof. Dr. K. Reusser mit seinem Einführungsreferat “Von der Unterrichtsforschung zur Unterrichtsentwicklung – Probleme, Strategien, Bedingungen und Werkzeuge” den Kongress aus wissenschaftlicher Perspektive (vgl. dazu den Beitrag von Marita Fuchs von der Uni-Kommunikation). Prof. K. Reusser ging unter anderem auf die Frage ein, wie von man von Bildungsstandards zur Unterrichtsentwicklung gelangen kann. Also auf die Kardinalfrage, wie sich gemesssener Output in wirkungsvolleren Input und in verbesserte Lernprozesse zurückverfolgen lässt. Denn: Kompetenzorientierter Unterricht verlangt ein Umdenken von Stoffzielen zu Kompetenzzielen und von einer sozialen zu einer kriterialen Bezugsnorm und dies erfordere – so Reusser – auch eine neue Didaktik. Später in seinem Referat fokussierte er die erweiterten Lehr- und Lernformen (ELF) und verband dies mit der Frage, ob offene Unterrichtsformen auch individualisiertes, selbstbestimmtes und vor allem nachhaltiges Lernen ermöglichen. Er rekurrierte dabei auf Daten der Schweizerisch-Deutschen Video-Studie. So sind die ELF-Klassen zwar im Bereich der Unterrichtswahrnehmung (Instuktionseffizient, Schülerorientierung, Klarheit, kognitive Aktivierung) den traditionellen Klassen überlegen und es konnten Zusammenhänge zwischen der Oberflächenstruktur der Unterrichtsinszenierung auf die wahrgenommene Unterrichtsqualität und das Wohlbefinden festgestellt werden. Aber es liessen sich keine Effekt auf die Tiefenstruktur des Lernens finden. In ELF-Klassen wird also nicht besser gelernt… aber auch nicht schlechter! Reusser sprach von einem Mehrwert ohne nachweisbaren Minderwert bei ELF-Klassen. Er schloss sein Referat mit der Aussage: You havn’t taught until they have learnt!
Der nachfolgende Teil war ein Novum für einen Kongress und wurde deshalb auch “Special Event” genannt. Unter der Leitung von Dr. Christine Pauli wurde in der Plenumsveranstaltung sprachübergreifend und mit Videobeispielen aus drei Landesregionen der Schweiz der Frage nachgegangen: “Is there a Swiss Grammar of Schooling?” Ausgehend von je einem Beispiel einer Mathematiklektion auf der Sekundarstufe 1 aus der Romandie, dem Tessin und der Deutschschweiz kommentierten drei ausgewiesene Expert/-innen je die Beispiele der anderen Sprachregionen. So konnte – gemeinsam mit den Zuhörenden – nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht werden. Auch wenn die Beispiele als “Prototypen” ausgesucht wurden, können natürlich keine Schlüsse auf andere Lektionen derselben Sprachregion gezogen werden. Trotzdem ermöglichte dieser “Special Event” viele anregende Impulse!
Wer sich für die Abstracts aller Kongressbeiträge interessiert, kann sich hier den Kongressband herunterladen.
Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Tagungen | Kommentare (0) | Autor: admin