Beiträge vom February, 2010

ICT für Kenias Strassenkinder

Thursday, 25. February 2010 18:55

Via das Newsportal von eLearning Africa stiess ich auf folgenden Artikel von Reuben Kyama aus Nairobi: “How ICTs Are Transforming the Lives of Street Children in Kenya” (hier), welchen ich mit Interesse las.

© poco_bw – Fotolia.com

Die holländische Entwicklungsorganisation SNV portiert gemeinsam mit der “Ex-Street Children Community Organisation” (ECCO), einer Gruppe früherer Strassenkinder ein Projekt in Eldoret.
«Using ten computers, mostly donated by well-wishers, the organisation has come up with ‘drop in’ centres where street children from the town gather to become familiar with ICT skills ranging from the basics of working on a computer to how to send e-mails.»

Die Idee dahinter ist, dass durch die Arbeit am Computer die Kinder weg von der Strasse kommen und zudem sich Fertigkeiten aneignen, die – auch in Entwicklungsländern – zu den “basic skills” gehören.

Mir scheint dies eine gute Sache zu sein, obwohl mir, wenn ich an Entwicklungszusammenarbeit denke, nicht zuerst die Förderung von ICT-Fertigkeiten in den Sinn kommt.

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Thema: Bildung, Technik | Kommentare (0) | Autor: admin

Bolognareform und Prüfungslandschaft

Tuesday, 23. February 2010 6:49

In der “Neuen Zürcher Zeitung” vom 8. Februar 2010 erschien ein Artikel mit dem Titel “Die Bologna-Reform veränderte die Prüfungslandschaft – geschätzte rund 100’000 Prüfungen pro Semester müssen korrigiert werden” von Markus Binder. Obwohl der Verweis auf diesen Artikel nicht mehr ganz aktuell ist, schient es mir dennoch wichtig, nochmals die Hauptaussagen des Artikels aufzugreifen.

Es ist eine simple Rechnung: An der Universität Zürich gibt es rund 20’000 Bachelor- und Masterstudierende, die pro Semester vier bis fünf Module besuchen. Macht 80’000 bis 100’000 Prüfungen pro Semester. Weil gleichzeitig die Prüfungsperiode am Ende des Semesters stark verkürzt worden ist, erstaunt es nicht, dass der gestiegene Prüfungs- und Korrekturaufwand wegen der Bologna-Reform beklagt wird.

Dazu lässt sich tatsächlich nichts anmerken, dies sind Fakten, mit welchen alle Studierenden aber auch alle Dozierenden konfrontiert sind. Dass vor allem die Assistierenden sehr gefordert sind, ist ein bekanntes Problem, denn sie tragen die Hauptlast der Korrekturarbeiten.

Umso erstaunlicher ist nach Binder die Zurückhaltung von Vertreter/-innen des Mittelbaus, dass es “gar nicht so dramatisch” sei. Drei Gründe sprechen jedoch laut diesen dafür:

  1. Bologna trifft nicht alle Fächer gleich, viele Fächer der Natur- und Sozialwissenschaften waren schon vor der Reform eine grosse Zahl von Prüfungen und Studierenden gewohnt.
  2. Die Assistierenden wollen den Aufwand für Prüfung und Korrektur nicht isoliert sehen, sondern grundsätzlich auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen (hohe Arbeitsbelastung, klareres Pflichtenheft,…)
  3. Die Reform habe auch das Nachdenken über das eigene Fach gefördert, was positiv zu vermerken sei.

Hier setzt auch die Vermutung an, dass einige Institute, die über die Prüfungslast klagen, die Reform zu oberflächlich umgesetzt haben und Prüfungen als Anhängsel einer Veranstaltung sehen, anstatt in Modulen zu denken, wie Balthasar Eugster von der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik vermerkt.

Trotzdem:

Bleibt [an der Universität Zürich, Anmerkung KF] die riesige Zahl von 200’000 Leistungsnachweisen pro Jahr, die auch mit einer stärkeren Modularisierung nicht wesentlich kleiner wird.

Gespannt können wir da auf die Ergebnisse des Pilotprojektes “E-Assessment” warten, welche im Herbst 2010 vorliegen sollten und aufzeigen, welche Prüfungen sich sinnvoll auf dem Computer absolvieren lassen und wie sie organisiert werden müssen.

Download des Artikel der NZZ: hier

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Thema: Hochschullehre, Universität | Kommentare (0) | Autor: admin

Bildungsbericht Schweiz 2010

Sunday, 14. February 2010 6:35

Der neue Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF ist anfangs Februar erschienen.

Die SKBF wurde mit der Erstellung des Bildungsberichts Schweiz 2010 beauftragt, der Daten und Informationen aus Statistik, Forschung und Verwaltung zum gesamten Bildungswesen der Schweiz von der Vorschule bis zur Weiterbildung umfasst. Er informiert über relevante Kontextbedingungen und institutionelle Merkmale jeder Bildungsstufe und beurteilt die Leistungen des Bildungswesens anhand der drei Kriterien Effektivität, Effizienz und Equity. Die Befunde und Steuerungsinformationen sollen Bildungsverwaltung und Bildungspolitik bei der Entscheidungsfindung unterstützen und die öffentliche Diskussion über das schweizerische Bildungswesen bereichern.

Das gedruckte Exemplar kostet 60 Franken, will man sich einen kurzen Überblick verschaffen, können die “Schnappschüsse” aus dem Bericht heruntergeladen werden, der gesamte Bericht kann jedoch auch als PDF (hier) bezogen werden.

Radio DRS strahlte zudem ein Tagesgespräch zum Bildungsbericht mit dem Titel: “Wer soll den kiloschweren Bildungsbericht lesen?” mit Stefan Wolter aus (hier).

Kurz zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Qualität der Bildung in der Schweiz (von der Vorschulstufe bis zu den universitären Hochschulen) gut bis sehr gut ist, dass es jedoch Benachteiligte schwer haben und dies ein Leben lang.

Da der Bericht – wie erwähnt – sehr umfänglich ist, nur einige Auszüge aus den Schnappschüssen:

Universitäre Hochschulen

Die meisten Universitäten in den Toprängen der beiden meistbeachteten Rankings befinden sich in den USA. Betrachtet man aber, in Anlehnung an Aghion (2007), den Anteil aller Studierenden, die in einem Land an einer jeweiligen Top-Hochschule unterrichtet werden, ist die Schweiz Weltklasse. Über 70% der Schweizer Studenten und Studentinnen besuchen eine Top-200-Hochschule («Shanghai Ranking»), während es in Amerika nur rund 20% sind. Zu beachten ist, dass diese Quote noch wei ter steigen würde, wenn man für ihre Berechnung nur die Volluniversitäten berücksichtigen würde. Das Schweizer Hochschulsystem ist also in dem Sinne sehr effektiv, dass eine Mehrheit der Studierenden (im Unterschied zu den meisten anderen Ländern) an einer Universität mit weltweit anerkannten Forschungsleistungen studieren kann. (S. 5).

Kumulative Effekte: Lebenszufriedenheit und Glück

Theoretisch kann Bildung auf das subjektiv wahrgenommene Glück direkt positiv wie negativ einwirken. Einerseits kann das durch Bildung erworbene Wissen per se als Nutzen betrachtet werden (wie ein normales Gut) und somit die Lebenszufriedenheit steigern. Bildung kann aber auch die Möglichkeiten zur Selbst- und Fremdreflexion verbessern und so die Chancen erhöhen, mit dem Leben oder auch mit Schicksalschlägen besser umzugehen. Anderseits lassen sich theoretisch auch negative Effekte der Bildung auf die Lebenszufriedenheit vorstellen, wenn eine höhere Bildung gesteigerte Erwartung an sich selbst und andere hervorbringt, die schwieriger zu erfüllen sind (S. 9; vgl. Abbildung).

Der Bericht gibt keine Empfehlungen ab resp. macht keine Interpretation der Daten von Seiten der Autorinnen und Autoren (dies war auch nicht deren Auftrag). Er gibt jedoch eine Fülle an Informationen, die zu lesen und allenfalls selbst zu interpretieren, mir als sehr hilfreich und spannend erscheint.

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Thema: Bildung, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Universität | Kommentare (2) | Autor: admin