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Buchtipp 03: Bildungsstandards

Sunday, 5. July 2009 8:02

Criblez. L., Oelkers, J., Reusser, K., Berner, E., Halbheer, U. & Huber. C. (2009). Bildungsstandards. Seelze-Velber: Kallmeyer.

Kaum ein Thema hat im fachwissenschaftlichen und im bildungspolitischen Diskurs der letzten Jahre so hohe Aufmerksamkeit erzeugt wie die “Bildungsstandards”. Das Buch ist als Einführung konzipiert und verbindet theoretische Reflexionen mit Informationen und Hinweisen zur Einführung von Bildungsstandards in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es werden im Buch auch Massnahmen reflektiert, die in Verbindung mit der Implementierung von Bildungsstandards notwendig sind, um die erhofften Qualitätsverbesserungen tatsächlich erreichen zu können. Sollen Bildungsstandards in der Schule etwas bewirken, müssen sich Lehrerinnen und Lehrer sich mit den in diesem Band thematisierten Grundfragen auseinandersetzen. Aufgaben sowie weiterführende Texte und Dokumentationen, die dem Band auf einer CD-Rom beigelegt sind, unterstützen diesen Prozess.

Soviel zum Klappentext, doch in welche Kapitel gliedert sich das Buch?

Nach einer Einleitung, wird der Begriff “Standard” definiert: «Dem Standardbegriff wohnen zwei Bedeutungen inne: Einerseits bezeichnet ein Standard ein Ziel, also einen zu erreichenden Ideal- oder Normalfall (“was gemacht, erreicht werden sollt”). Andererseits kann aber auch ein erreichtes Qualitäts- oder Leistungsniveau gemeint sein, also die Messung einer Leistung im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel oder Ideal (“wie gut etwas gemacht wurde”). Im ersten Fall geht es um das Entweder-oder, im zweiten um das Mehr-oder-weniger bzw. Besser-oder-schlechter (vgl. Herzog, 2008b, S. 3; Ravitch, 1995, S. 7)» (Criblez et al., 2009, S. 17, Hervorhebung im Original). Da derzeit im deutschsprachigen Europa ein Wandel von einer inputorientierten hin zu einer outputorientierten Steuerung festzustellen ist, beziehen sich Standards nicht mehr nur auf die Inputs des Bildungssystems (Lehrpläne, Lehrmittel, Finanzen, Infrastruktur, Lehrerlektionen usw.), sondern der Blick wird vermehrt auf die Ergebnisse und die Wirkungen von Schule gerichtet (Output und Outcomes) (vgl. ebd., S. 19).
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Thema: Bildung, Didaktik, Lehrer/-innenbildung, Schule | Kommentare (0) | Autor: admin

Qualität entwickeln – Standards sichern – mit Differenz umgehen (Kurzfassung)

Tuesday, 11. November 2008 15:25

Nicht nur vom Band 18 “Macht Mozart schlau?” gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Kurzfassung, sondern auch vom 577 Seiten schweren Band 27 “Qualität entwickeln – Standards sichern – mit Differenz umgehen” (hier). 

Im Einzelnen geht die Studie der Frage nach, wie die für das Projekt „Implementation von Bildungsstandards” zentralen Konzepte begrifflich gefasst werden können, was ihre qualitätsbezogene Entwicklung ausmacht und vor allem, wie sie als Steuerungsmittel im System so verankert werden können, dass sie die Ebene des Unterrichts und der Akteure erreichen (vgl. S. 3). 

Die Befunde lassen sich so summieren: Unterschiedliche Länder haben auf der Basis ihrer geschichtlichen Voraussetzungen die Frage des anzustrebenden Bildungssystems, aber auch der Vision seiner Weiterentwicklung sehr verschieden beantwortet. Bestehende Kulturen in einem bestimmten System lassen sich nicht einfach auflösen. Auch zwischen den Auftragsländern bestehen neben Gemeinsamkeiten zum Teil erhebliche Unterschiede. Daraus erwächst die Einsicht, dass sich kein Prinzip und keine Regel, die sich in einem Land als produktiv und wirksam erweist, kontextlos auf ein anderes Land übertragen lässt. Bildungssysteme sind historisch gewachsene soziokulturelle Konfigurationen, an die sich Bildungsreformen anschließen müssen. Es geht um Modernisierung, ohne die eigene historisch geformte Identität zu verlieren. Bildungsstandards sind als ein zentrales Element der Qualitätssicherung anzusehen. Sie sind aber kein Selbstzweck. Ohne ko-konstruktive und kultursensible Kontextualisierung in bestehenden Systemen wird die Implementation nicht gelingen oder auf halber Strecke stehen bleiben.  In optimaler Gestaltung verlangen Bildungsstandards die Verklammerung und Vernetzung von Systemebenen, Prozessen Akteuren und Werkzeugen (vgl. S. 20ff., Hervorhebung: KF).

Die Autor/-innen (Oelkers, Reusser, Berner, Halbheer & Stolz) nennen in der Folge 15 Thesen, welche allesamt gut nachvollziehbar sind: Hier lohnt sich auch ein Blick in die ausführliche Fassung (S. 450-460), da in der Kurzfassung die Thesen ohne Erläuterungen stehen.
Sowieso lohnt es sich sehr, einen Blick auf die Publikationen zur Bildungsforschung des BMBF zu werfen!

Thema: Bildung, Forschung | Kommentare (0) | Autor: admin