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Preis für exzellente Lehre

Tuesday, 20. October 2009 13:56

presse

Der Stifterverband und die Kultusministerkonferenz zeichneten sechs Universitäten und vier Fachhochschulen im Wettbewerb für exzellente Lehre an Hochschulen aus.

Die Universitäten Aachen, Bielefeld, Freiburg, Kaiserslautern, TU München und Potsdam sowie die Fachhochschulen Bremerhaven, Hamburg, Köln und Potsdam teilen sich die Fördersumme von 10 Millionen Euro.

In der Pressemitteilung ist zu lesen:

Der Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Andreas Schlüter, sagte: “Ein partnerschaftlicher Dialog zwischen Dozenten und Studenten ist nicht das Ergebnis guter Lehre, sondern deren Voraussetzung. Alle Finalisten des Wettbewerbs haben mit ihren Studierenden eine neue Lehr-Lern-Partnerschaft geschlossen. Eine Partnerschaft, in der man den Studierenden auf Augenhöhe begegnet, ihre Anliegen ernst nimmt, sie gleichermaßen fordert wie fördert. Das ist eine unabdingbare Voraussetzung guter und erst recht exzellenter Lehre.”

Ursprünglich hatten sich 108 Hochschulen beworben, 13 Universitäten und 11 Fachhochschulen wurden dann zur Teilnahme an der Endrunde eingeladen.

Die Technische Universität München hat sich zum Beispiel folgendes zum Ziel gesetzt, wofür sie eine Million Euro erhält:

Das umfassende Konzept enthält eine Vielzahl von Maßnahmen in einer Reihe von Handlungsfeldern, die sich gleichermaßen an Lehrende wie Studierende richten. In Berufungsverfahren müssen Bewerber ein Lehrportfolio vorlegen; Studierende sprechen ein gewichtiges Wort bei Neuberufungen mit und können für ihre Meinungsbildung Lehrveranstaltungen der Bewerber an deren Heimatuniversitäten besuchen. Um die Entwicklung innovativer Lehrkonzepte anzureizen, werden Freisemester für die Lehre und eine finanzielle Förderung ausgelobt. Reibungsverluste bei einem Studienfachwechsel werden künftig durch besondere „Umsattlerprogramme“ abgemildert. Auch in den Entscheidungsstrukturen wird die Lehre stärker verankert: Neben dem Vorstand Lehre, dem auch eine Studentin angehört, wird ein Parlament der Studiendekane etabliert.

Dies scheint mir ein sehr ambitioniertes und wichtiges Projekt zur Verbesserung der Lehre zu sein. Wen die anderen Projekte ebenfalls interessieren, kann sie sich hier ansehen.

Thema: Bildung, Hochschullehre | Kommentare (0) | Autor: admin

Jahreskongress “Unterrichtsforschung und Unterrichtsentwicklung” | Teil 1

Thursday, 2. July 2009 9:30

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Vom 29. Juni bis 1. Juli fand der Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerbildung (SGL) statt. Bereits vor der Eröffnung wurde für den wissenschaftlichen Nachwuchs eine Vorkonferenz organisiert mit dem Titel ”Meeting the editors” – oder: Welche Publikationsstrategien sind effektiv? Fünf Vertreter/-innen von Zeitschriften und eine Vertreterin eines Verlags stellten ihre Organe vor und es war den Anwesenden möglich, gezielt Fragen zu stellen. Mandy Schiefner hat in ihrem Blogbeitrag (hier) bereits ausführlich darüber berichtet.

Am Nachmittag wurde der Kongress dann offiziell von Regierungsratspräsidentin Regine Aeppli eröffnet und es folgten Willkommensreden von Prof. Dr. O. Jarren (Prorektor der Universität Zürich) sowie Prof. Elisabeth Hardegger (Präsidentin SGL). Danach eröffnete Prof. Dr. K. Reusser mit seinem Einführungsreferat “Von der Unterrichtsforschung zur Unterrichtsentwicklung – Probleme, Strategien, Bedingungen und Werkzeuge” den Kongress aus wissenschaftlicher Perspektive (vgl. dazu den Beitrag von Marita Fuchs von der Uni-Kommunikation). Prof. K. Reusser ging unter anderem auf die Frage ein, wie von man von Bildungsstandards zur Unterrichtsentwicklung gelangen kann. Also auf die Kardinalfrage, wie sich gemesssener Output in wirkungsvolleren Input und in verbesserte Lernprozesse zurückverfolgen lässt. Denn: Kompetenzorientierter Unterricht verlangt ein Umdenken von Stoffzielen zu Kompetenzzielen und von einer sozialen zu einer kriterialen Bezugsnorm und dies erfordere – so Reusser – auch eine neue Didaktik. Später in seinem Referat fokussierte er die erweiterten Lehr- und Lernformen (ELF) und verband dies mit der Frage, ob offene Unterrichtsformen auch individualisiertes, selbstbestimmtes und vor allem nachhaltiges Lernen ermöglichen. Er rekurrierte dabei auf Daten der Schweizerisch-Deutschen Video-Studie. So sind die ELF-Klassen zwar im Bereich der Unterrichtswahrnehmung (Instuktionseffizient, Schülerorientierung, Klarheit, kognitive Aktivierung) den traditionellen Klassen überlegen und es konnten Zusammenhänge zwischen der Oberflächenstruktur der Unterrichtsinszenierung auf die wahrgenommene Unterrichtsqualität und das Wohlbefinden festgestellt werden. Aber es liessen sich keine Effekt auf die Tiefenstruktur des Lernens finden. In ELF-Klassen wird also nicht besser gelernt… aber auch nicht schlechter! Reusser sprach von einem Mehrwert ohne nachweisbaren Minderwert bei ELF-Klassen. Er schloss sein Referat mit der Aussage: You havn’t taught until they have learnt!

Der nachfolgende Teil war ein Novum für einen Kongress und wurde deshalb auch “Special Event” genannt. Unter der Leitung von Dr. Christine Pauli wurde in der Plenumsveranstaltung sprachübergreifend und mit Videobeispielen aus drei Landesregionen der Schweiz der Frage nachgegangen: “Is there a Swiss Grammar of Schooling?” Ausgehend von je einem Beispiel einer Mathematiklektion auf der Sekundarstufe 1 aus der Romandie, dem Tessin und der Deutschschweiz kommentierten drei ausgewiesene Expert/-innen je die Beispiele der anderen Sprachregionen. So konnte – gemeinsam mit den Zuhörenden – nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht werden. Auch wenn die Beispiele als “Prototypen” ausgesucht wurden, können natürlich keine Schlüsse auf andere Lektionen derselben Sprachregion gezogen werden. Trotzdem ermöglichte dieser “Special Event” viele anregende Impulse!

Wer sich für die Abstracts aller Kongressbeiträge interessiert, kann sich hier den Kongressband herunterladen.

Thema: Bildung, Didaktik, Forschung, Hochschullehre, Lehrer/-innenbildung, Schule, Tagungen | Kommentare (0) | Autor: admin

Lehrpreis Pädagogische Hochschule Zürich

Saturday, 9. May 2009 13:42

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Die Pädagogische Hochschule Zürich vergibt im Jahr 2009 erstmals ebenfalls den Credit Suisse Award for Best Teaching. Sie hat sich jedoch für ein etwas anders gearteten Verfahrens entschieden als die Universität Zürich. Gleich ist, dass auch ein Fokuskriterium (im Falle des Jahres 2009 ist dies der Innovationsgehalt von Lehr-/Lernveranstaltungen) gewählt wird.

Unter «Innovation» wird nicht nur «best teaching » verstanden, es sind eher Formen von unüblichen, wenig gekannten Gestaltungen von Lehr-/Lernsituationen gemeint, welche gerade dadurch nachwirken und bei Studierenden Reflexionsprozesse in Richtung der angestrebten Kompetenzentwicklung auslösen; zudem ist bei «Innovation» Erfolg nicht einfach mitgemeint, innovative Projekte sind nicht selten riskant. Damit möchte die PH Zürich einerseits eine interne Diskussion um «Innovation» in der Lehre auslösen, andererseits aber auch interessante Projekte publik machen. Unter «Lehr-/Lernveranstaltung » werden kürzere Einheiten verstanden, welche durch ein Konzept getragen sind und einer dozierenden Person zugeordnet werden können (Kurs, Modul, Vorlesung etc. – keine Lehrgänge, auch wenn solche ohne Zweifel innovativ konzipiert und gestaltet sein können). Das Verfahren sieht folgendermassen aus: 

  • Studierende und Weiterbildungsteilnehmende der PH Zürich nominieren Dozierende, wissenschaftl. Mitarbeitende oder Assistierende
  • Einladung zur Bewerbung von max. 25 Nominierten durch die Jury
  • Vorschlag von drei möglichen Preisträger /innen zu Handen der Hochschulleitung durch die Jury
  • Entscheid der Hochschulleitung über die /den Gewinner/in des CS Award

An diesem Verfahren interessant ist, dass die 25 Nominierten ein folgendermassen gegliedertes Bewerbungsschreiben einreichen müssen:

In der Bewerbungsschrift nehmen Sie auf maximal fünf A4-Seiten differenziert zum Innovationsgehalt Ihrer Lehr-/Lernveranstaltung Stellung: Als Leitplanken dienen Ihnen dazu die unten aufgeführten Fragen zu den drei Dimensionen der Beurteilung, die weder vollständig in der Bewerbungsschrift enthalten sein müssen noch in einer bestimmten Reihenfolge beantwortet werden sollen. Es werden durchaus auch innovative Bewerbungsformen und -formate begrüsst. Zur Bewerbungsschrift können Materialien als Beilagen eingereicht werden.Konzeptionelle Kompetenz

  • Was würden Sie in aller Kürze als zentrale Pfeiler Ihres Lehrkonzeptes bezeichnen?
  • Skizzieren Sie die gewählte Lehr-/Lernveranstaltung kurz und begründen Sie aus Ihrer Sicht deren Innovationsgehalt.
  • Seit wann gestalten Sie die beschriebene Lehre in dieser Art, wie hat sich deren Konzept entwickelt?
  • Wohin führt eine allfällige Weiterentwicklung?
  • Wie fügt sich Ihre Lehrveranstaltung in das Profil des Lehrganges ein?
  • Welche Kompetenzen werden darin vermittelt /gefördert?

Reflexionskompetenz

  • Wie erklären Sie sich die Nomination von Studierenden?
  • Wie schaffen Sie es, die Studierenden am Innovationsgehalt Ihrer Lehre teilzuhaben?
  • Wie gehen Sie in der beschriebenen Lehr-/Lernveranstaltung mit unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden um?
  • Wie definieren Sie grundsätzlich Ihre Rolle als Dozent /in?
  • Welche Rück- oder Tiefschläge im Verfolgen innovativer Lehrkonzepte erleb(t)en Sie? Wie haben Sie sie überwunden oder wollen Sie sie überwinden?

Modellwirkung

  • Wie wirkt Ihre innovative Lehre im Kollegium, findet sie Nachahmung, beeinflusst sie Rahmenbedingungen?
  • Wie geben Sie Ihre Erkenntnisse weiter?
  • Was benötigen Sie für die Weiterentwicklung Ihrer innovativen Lehrkonzepte (Rahmenbedingungen, etc.)?

Die Universität Zürich vergab ja den Lehrpreis dieses Jahr an Prof. Dr. Brigitte Tag (Bericht). Da bin ich sehr gespannt, wer und weshalb an der PHZH den Preis erhält!  

Thema: Bildung, Lehrer/-innenbildung | Kommentare (0) | Autor: admin

E-Portfolios an europäischen Hochschulen

Thursday, 27. November 2008 14:13

Via Podcampus stiess ich auf folgendes kurzes Interview mit Peter Baumgartner zum Thema E-Portfolio: 

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Dieses kurze Interview macht natürlich neugierig auf den Vortrag, welchen ich leider nirgends finden konnte :-(  

Thema: Bildung, Hochschullehre, Web2.0 | Kommentare (0) | Autor: admin