Buchtipp 16: Zum Start bereit?

Mit gebührender Verspätung, dafür umso sehnlicher erwartet… lag gestern der Herausgeberband von Oser, F., Biedermann, H., Brühwiler C. & Steinemann. S. (2015). Zum Start bereit? Vertiefende Analysen aus TEDS-M zur schweizerischen Lehrerbildung im internationalen Vergleich. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich in meinem Briefkasten.

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Wie gut sind angehende Lehrkräfte auf die Berufstätigkeit vorbereitet? Am Beispiel Mathematik werden neben theoretischen Überlegungen zur Wirksamkeit der Lehrerbildung zentrale Ergebnisse zum fachlichen und fachdidaktischen Wissen, zu Überzeugungen sowie zur Motivation am Ende der Lehrerausbildung nachgezeichnet. Ebenfalls werden Befunde zu den Lerngelegenheiten der Studierenden, aber auch zu Unterschieden zwischen (deutsch-)schweizerischen Institutionen aufgezeigt.

Hier bereits einmal das Inhaltsverzeichnis. Gelesen – ehrlicherweise erst angelesen – habe ich Kapitel 9 von Samuel Krattenmacher und Sibylle Steinmann: Viel Praxiserfahrung, wenig Reflexion: Praxiserfahrung von Studierenden an Deutschweizer Lehrerbildungsinstitutionen. Interessanterweise ist die Primar- als auch Sekundarstufe der Deutschweiz sehr tief platziert bezüglich dem Theorie-Praxis-Bezug. Dieser wurde gemessen mit einer Skala bestehend aus acht Items zur Frage: Wie oft wurde bisher in Ihren Praktika von Ihnen verlangt, die folgenden Dinge zu tun?“ (z.B. Nachweisen, dass sie die Unterrichtsmethoden anwenden können, die Sie in Ihren Ausbildungsveranstaltungen gelernt haben“; „Strategien entwickeln, um über Ihr berufliches Wissen nachzudenken“ etc.). Die Autoren folgern, dass es im schulpraktischen  Alltag der Deutschschweizer Lehrerausbildung eher um die individuelle Entwicklung während des Praxiseinsatzes geht bei der die Kontrollfunktion eine viel geringere Rolle in der Ausbildung spielt (vgl. ebd., S. 266). Sie fügen an derselben Stelle auch an, dass möglicherweise in der Deutschweiz eine besondere Art der Reflexionskultur herrscht, wobei in anderen Ländern vielleicht mehr dokumentiert würde, was in der Praxisausbildung gelernt oder ausprobiert wurde, als dies bei uns der Fall sei (vgl. ebd.). Weiter schreiben die Autoren, dass rund die Hälfte der befragten Studierenden (Primar = 936; Sekundar = 141) aller Pädagogischer Hochschulen der Deutschschweiz angeben, nie oder selten Aspekte der Theorieverbindung wie z.B. Lehrmethoden beobachten etc. praktiziert zu haben. Zudem würden Reflexionsstrategien in geringem Masse in der berufspraktischen Ausbildung angewendet, da dies von den entsprechenden Institutionen nicht eingefordert würde (vgl. ebd., S. 266). Die Autoren schliessen, dass eine intensivere Kommunikation zwischen den Institutionen und den Praxislehrpersonen wünschenswert wäre, da diese den inhaltlichen Abgleich stärken würde und somit die Kohärenz von Lerninhalten gewährleisten könnte (vgl. ebd., S. 267). Sie halten aber auch fest, dass der Vergleich der erfassten Daten innerhalb der Deutschweiz beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ausbildungsgängen und Institutionen aufzeigt und es bezüglich der von der EDK gewünschten Harmonisierung im Bereich der schulpraktischen Ausbildung angehender Lehrpersonen noch einiges zu tun gäbe (vgl. ebd., S. 267).

 

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Buchtipp 15: Die Pädagogische Hochschule gestalten

Am 17. Dezember 2015 wurde Walter Bircher (Rektor der PH Zürich) altershalber offiziell verabschiedet. Es war eine gelungen Feier! Nebst vielen anderen Abschiedsgeschenken wurde auch eine Festschrift verfasst, welche ich mittlerweile mit grossem Interesse gelesen habe.

Hier der Klappentext:

Wie lassen sich Hochschulen realisieren? Mit der Etablierung von Pädagogischen Hochschulen und dem neu formulierten „vierfachen Leistungsauftrag“ an die Einrichtungen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung stellen sich einige Herausforderungen: Wie gestaltet sich das Verhältnis von lokalem Bezug und internationaler Ausrichtung? Wie lässt sich eine Balance finden zwischen Kooperation und Konkurrenz mit anderen Hochschulen? Wie strukturiert sich die Hochschule, wie stehen Disziplin-, Professions- und Leistungsbereichsorientierung zueinander?

Die Diskussion um das Selbstverständnis als Hochschule ist für den Typus „Pädagogische Hochschule“ nach wie vor präsent, wie die einzelnen Beiträge zeigen:

  • Tremp, Peter: Hochschule realisieren “ zur Einleitung
  • Schärer, Hans-Rudolf: Einen neuen Hochschultypus gestalten – Anmerkungen zur Entwicklung und zur Besonderheit der Pädagogischen Hochschulen in der schweizerischen Hochschullandschaft
  • Pruss, Michael: Unique Selling Point der Pädagogischen Hochschulen “ Zur Bedeutung der Fachdidaktik
  • Brändli, Sebastian: Pädagogische Hochschulen und ihre Standorte “ Die Lehrerbildung als Teil des Zürcher Schmelztiegels
  • Brunner, Ivo: Trinationale Herausforderungen in der Pädagog/-innenbildung “ Errichtung einer Bildungswissenschaftlichen Universität Voralberg als regionaler Lösungsansatz
  • Keller, Hans-Jürg: Bologna als Einstiegshilfe in die nationale und internationale Hochschullandschaft
  • Rhyn, Heinz & Leutwyler, Bruno: Kooperation und Diskurs fördern “ Zwanzig Jahre Forum Lehrerinnen- und Lehrerbildung
  • Hoffmann-Ocon, Andreas & Hardegger-Rathgeb, Elisabeth: Die SGL als Mitgestalterin Pädgogischer Hochschulen “ Dynamiken und Grenzen verbandspädagogischer Debatten durch Kongresse und fachinterne Arbeitsgruppen
  • Fäh, Barbara: Pädagogische Hochschule “ vor allem der Lehre verpflichtet? Über die Bedeutung des Leistungsbereichs Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen
  • Suter, Alois & Tremp, Peter: Angekommen, aber noch nicht am Ziel “ Weiterbildung und Forschung als neue Leistungsbereiche in den Institutionen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
  • Meier, Roger: Verwaltung zwischen Support, Rahmensetzung und Eigenleben
  • Tremp, Peter & Thaler, Reto: Eine solche berufliche Laufbahn lässt sich nicht im Voraus planen “ Ein Gespräch mit Walter Bircher

Alle Beiträge sind lesenswert! Wirklich! Vor allem dann, wenn einen die Gestaltung von Pädagogischen Hochschulen interessiert. Es ist ein breites Spektrum, welches geboten wird und die unterschiedlichen Zugänge als auch Sichtweisen kommen klar und zum Teil auch pointiert zur Geltung. So schreibt zum Beispiel Sebastian Brändli zur Regionalisierung als Ordnungsprinzip, dass der Aufbau von regionalen Fachhochschulen wenigstens in einzelnen Konstallationen der Schweiz zu regionalen Lösungen geführt habe und fügt das Beispiel der PH FHNW als gelungene Regionalisierung an, wohingegen er die kleinen Pädagogischen Hochschulen der Zentralschweiz als „unterkritisch“ bezeichnet… (vgl. S. 100). Zu klein um eine Hochschule zu sein? Er schliesst seinen Beitrag mit dem Ausblick auf das Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG), welches mittels Akkreditierung die Hochschulen berechtigt, ihre Bezeichnungen zu führen und auch entsprechende Titel zu vergeben.

Eher den internationalen, als den kantonalen Blick nimmt Hans-Jürg Keller ein und führt aus, dass die „nationale und internationale Vernetzung“ von Anfang an ein wesentliches Markenzeichen der PH Zürich war. Vor allem die Mobilität der Studierenden wurde – und wird noch immer – stark gefördert und es konnten viele Partnerschaften mit Hochschulen auch im aussereuropäischen Raum aufgebaut werden. Davon profitieren nicht nur Studierende, sondern auch Dozierende. Er bilanziert, dass sich die PH Zürich, dank der Bologna-Reform, relativ schnell und gut in der Hochschullandschaft platzieren konnte und dass die sich daraus ergebenden Themen nach wie vor Kernthemen der PHZH sind.

Quelle:

Tremp, P. & Thaler, R. (2015). (Hrsg.). Die Pädagogische Hochschule gestalten. Festschrift für Walter Bircher. Bern: hep.

 

 

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Tagung: Fachspezifisches Mentoring in der Lehrer/-innenbildung

Am 27. November 2015 nahm ich an der internationalen Tagung „Fachspezifisches Mentoring in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ an der PH Thurgau teil. Diese wurde von Annelies Kreis und Stefanie Schnebel initiiert, deren Forschungs-Projekt KUBeX Ende 2015 beendet wird. So stammten denn auch viele Beiträge aus dem Projekt und im Tagungsflyer zu lesen:

Zum Abschluss dieses Projekts stellen wir empirische Befunde und die konzeptionellen Grundideen der Studie zur Diskussion. Zum Erfolg von KUBeX hat maßgeblich die intensive Kooperation zwischen Forschenden aus der Fachdidaktik und den Erziehungswissenschaften aus den vier beteiligten Paüdagogischen Hochschulen in der Schweiz und Deutschland beigetragen. Die positiven Impulse dieser Zusammenarbeit moüchten wir mit der Tagung in eine breitere regionale und uüberregionale Fachoüffentlichkeit tragen. Andere Projekte sowie Modelle fachdidaktischen Mentorings und Coachings erweitern den Horizont dieser Tagung.

Mir gefiel die Tagung gut! Am Vormittag besuchte ich zwei Referate zur KUBeX-Studie. Im ersten berichteten Annelies Kreis und Holger Weitzel Ergebnisse zur Frage: Was ist gutes Peer Mentoring und zwar aus allgemein- und fachdidaktischer Perspektive. Sie bildeten eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aus Studierenden-Tandems, wobei die IG geschult wurde, wie sie einander mit Hilfe des Modells des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings (West & Staub, 2003) gegenseitig bei der Planung von Lektionen unterstützen können. Bezüglich der Interaktionsqualität fanden sie keine Unterschiede. Jedoch bei der Ko-Konstruktion, also dem gemeinsamen Entwickeln von neuen Ideen. Da hatte die IG höhere Werte (Selbsteinschätzungen der Studierenden). Fremdeinschätzungen wurden mittels der Analyse der auf Video aufgezeichneten Gespräche gemacht. Hier unterschieden sich die beiden Gruppen lediglich in einer der vier untersuchten Gesprächsmodi bezogen auf die Dauer der Anwendung desselben und zwar bei der „ko-konstruktiven Elaboration“. Dies die allgemeindidaktische Perspektive. Bei der fachdidaktischen Perspektive (Biologie) wurde – nach einem fachdidaktischen Input für die Interventionsgruppe – lediglich Veränderungen bei einem Aspekt (dem Experimentieren) festgestellt. Bei allen anderen Gruppen gab es sowohl mit ale auch ohne Intervention eine Qualitätsänderung. Also unabhängig von IG und KG, unabhängig von fachdidaktischem Wissen und unabhängig von der Qualität der Ausgangsplanung veränderten sich die Planungsgespräche. Vergleicht man danach die Gruppe mit der positiven Veränderung im Aspekt „Experimentieren“, dann kann festgestellt werden, dass diese Gruppe signifikant länger elaboriert. Insgesamt wurde festgestellt, dass es in Planungsgesprächen häufig nicht fachdidaktische oder fachwissenschaftliche Inhalte sind, die besprochen werden.

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Austrittsgründe Volksschullehrpersonen Kanton Zürich

Im Newsletter des Volksschulamtes des Kantons Zürich war am 21.11.2015 zu lesen, dass sowohl Lehrpersonen als auch Schulleitende eine hohe Berufszufriedenheit hätten. Diese wurde mit den Austrittsinterviews, welche zwischen den Jahren 2010 und 2014 geführt wurden erfasst. Im Management Summary des Berichtes ist denn auch zu lesen:

Die Arbeitszufriedenheit der austretenden Lehrpersonen und Schulleitenden ist über die Zeit überwiegend konstant geblieben. Nur bei wenigen Aspekten der Arbeitszufriedenheit können Veränderungen beobachtet werden. Alle Veränderungen gehen in eine positive Richtung. Verbessert hat sich in erster Linie die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen: Die Austretenden sind mit den Anstellungsbedingungen und der Angemessenheit des Lohns zunehmend zufrieden. Eine positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Zufriedenheit mit der Weiterbildung und der zeitlichen Beanspruchung. Die Zufriedenheit mit der Wertschätzung durch die direkten Vorgesetzten ist ebenfalls gestiegen, allerdings in geringem Masse.

Es stellt sich natürlich die Frage, weshalb denn aus den Lehrberuf ausgestiegen wird, wenn die Arbeitszufriedenheit so hoch ist?

Im Bericht steht:

Die Hauptgründe des Austritts haben sich in den letzten fünf Jahren signifikant verändert. Abgenommen haben Kündigungen aufgrund der gebotenen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Entwicklung der Volksschule führt 2014 kaum noch zu Austritten. Austritte aufgrund persönlicher Lebensumstände haben hingegen zugenommen. Dabei fallen vor allem die Pensionierungen ins Gewicht. Zugenommen haben aber in der Kategorie der Lebensumstände auch die Auslandaufenthalte.

Die beiden nachfolgenden Abbildungen zeigen dies im Detail:

Austritt 1

Austritt 2

Pensionierungen und Familienarbeit sind also die beiden wichtigsten Gründe der Kategorie „Lebensumstände“, weshalb mit dem Lehrberuf aufgehört wird.

Den gesamten Bericht kann man sich hier herunterladen.

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Wochenartikel 17: Coaching interactions between cooperating teachers and preservice teachers

Die Bezeichnung „Wochenartikel“ ist wohl nicht ganz korrekt, denn ich veröffentliche hier längst nicht jede Woche einen Artikel, das war wohl einmal Wunschdenken…

Aber manche Artikel finde ich “ zumindest bezogen auf meine Interessensgebiete “ so spannend, dass ich sie hier gerne kurz zusammengefasst vorstelle, so auch den nachfolgenden Review-Artikel von Hoffman et al. (2015) mit dem Titel: What can we learn from studying the coaching interactions between cooperating teachers and preservice teachers?

Die Autoren nehmen an, dass das Lernen des Lehrens vor allem in der Praxis stattfindet und sprechen von einem practicum turn:

«University-based preservice teacher education is in a state of transition from a training model that emphasizes the acquisition of skills and mastering of competencies (Sandefur & Nicklas, 1981) to a practice-based model that emphasizes participation, engagement, and reflection (Grossman & McDonald, 2008; Zeichner, 2010). This transition (described by Mattesson, Eilerston, & Rorrison, 2012 as a practicum turn in teacher education) draws on the growing understanding of learning and teaching as experiential, social and expansive within a cognitive apprenticeship framework (Brown, Collins, & Duguid, 1989)» (vgl. ebd., S. 100).

Wenn also ein solcher practicum turn angenommen wird, dann kommt vor allem auch den Praxislehrpersonen eine besondere Stellung zu.

«This practice-based turn brings to the forefront the critical role that cooperating teachers play in teacher preparation as the primary mediators of field experiences in preservice teacher education. […] If there is to be a transformation in the ways in which teachers are being prepared then clearly there must be closer attention to the role of the cooperating teacher in mediating these practicum experiences» (vgl. ebd., S. 100).

Meiner Ansicht nach korrekt schliessen die Autoren, dass es vor allem die Interaktionen zwischen den Praxislehrpersonen und den zukünftigen Studierenden sind, welchen eine zentrale Stellung beim Lernen zukommt, denn Studierendenunterricht wird i.d.R. von den Praxislehrpersonen beobachtet und diese geben den Studierenden ein Feedback und/oder planen mit den Studierenden gemeinsam deren Lektionen, so wie dies zum Beispiel im Modell des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings (West & Staub, 2003) vorgesehen ist.

«Cooperating teachers use talk not only to describe their own decision-making and reflection but also to nurture the learning of the preservice teachers in the context of practice. This nurturing work around practice directed toward growth has come to be referred to in terms of ˜coaching» (vgl. ebd., S. 101).

In ihrem Review untersuchen die Autoren mit Hilfe von 46 Studien folgende Frage: What has research revealed about the coaching interactions between cooperating teachers coaching preservice teachers around practice?

Sie gruppieren die Ergebnisse thematisch und kommen zu vier Haupt-Bereichen mit je einer unterschiedlichen Anzahl von Ergebnissen/Thesen (vgl. die nachfolgende Zusammenstellung aus dem Inhaltsverzeichnis des Artikels).

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Einstieg in den Lehpersonenberuf gelingt gut

Am 2. Oktober 2015 wurde von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich folgende Medienmitteilung verfasst:

Die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich wird von den ehemaligen Studierenden positiv beurteilt. Der anspruchsvolle Übergang vom Studium in die Berufspraxis gelingt den jungen Lehrpersonen gut. Dies zeigt die Befragung von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern an der Zürcher Volksschule.
Zum zweiten Mal wurde im Auftrag der Bildungsdirektion eine Umfrage bei Absolventinnen und Absolventen der PH Zürich durchgeführt. Die Ergebnisse sind erneut erfreulich. Die Absolventinnen und Absolventen fühlen sich fachlich gut gerüstet und auf das Unterrichten gut vorbereitet.
Seit der letzten Befragung vor drei Jahren wurden die berufspraktischen Teile der Ausbildung an der PH Zürich markant erweitert. Dieser stärkere Praxisbezug kommt bei den Studierenden gut an. Die Studie weist zudem nach, dass die jungen Lehrpersonen ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen in der Phase des Berufseinstiegs nochmals stark erweitern können. Dies zeigt, wie bedeutsam diese erste Phase ist. Mit einer aktiven Unterstützung können die Schulen entscheidend zu einem guten Einstieg der jungen Lehrpersonen in den Lehrerberuf beitragen.

Ich habe den Bericht «Der anspruchsvolle Weg zum Lehrerinnen- und Lehrerberuf. Zweite Befragung von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger an der Volksschule im Kanton Zürich» gelesen und möchte gerne zwei interessante Stellen wiedergeben. Dass sich insgesamt nur etwa 86 ehemalige Studierende an der Umfrage beteiligt haben von den 222 kontaktierten Lehrpersonen, ist natürlich sehr schade.

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Buchtipp 14: Abschlussarbeiten im Studium anleiten, betreuen und bewerten

Gestern Abend war ich an einer Buchvernissage der besonderen Art! Die Fachstelle für Hochschuldidaktik der Universität Zürich hat eingeladen, um das eben erschienene Buch von Eva Buff Keller und Stefan Jörissen zu würdigen. Dies geschah, indem zuerst zwei Frauen des Forumtheaters verschiedene Szenen spielten: eine Assistentin und eine Studentin die sich mehrmals treffen, wobei der Abgabetermin der Arbeit immer näher rückt und die Arbeit nicht recht vom Fleck kommen will… Sodann konnte sich das Publikum beteiligen und versuchen, der Situation eine andere Richtung zu geben. Es wurde viel gelacht und Fazit war, dass es wohl am besten gewesen wäre, die Assistentin hätte das Buch vorher gelesen. Hier der Klappentext:

ArbeitenFür das Verfassen von Abschlussarbeiten, aber auch von Seminar- oder Hausarbeiten während des Studiums benötigen Studierende neben fachlichen auch überfachliche Kompetenzen, etwa im bereich der Projektplanung und des wissenschaftlichen Schreibens. Eva Buff Keller und Stefan Jörissen zeigen praxisnah auf, wie solche Kompetenzen systematische gefördert, wie schriftliche Arbeiten effektiv begleitet und wie sie sinnvoll bewertet werden können.

 

Ich fand die Lektüre sehr anregend! Die 100 Seiten lesen sich flüssig und es kommen tatsächlich sehr viele praxisnahe Beispiele als auch Vorschläge zum Zug. Trotzdem ist die theoretische Einbettung vorhanden und Rahmenbedingen, Dimensionen und Ebenen der Begleitung von Studierenden werden systematisch dargestellt.

Quelle: Buff Keller, E. & Jörissen, S. (2015). Abschlussarbeiten im Studium anleiten, betreuen und bewerten. Opaden & toronto: Verlag Barbara Budrich. Auch als E-Book erhältlich!

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Komptenzorientierte Beurteilung

Wieder einmal – das Thema trage ich ja schon einige Jahre mit mir – hatte ich die Gelegenheit zum „Kompetenzorientierten Beurteilen“ ein Referat zu halten. Diesmal für die Dozierenden der PH Schwyz an deren Retraite. Kompetenzorientierte Beurteilung ist ja vor allem im Zusammenhang mit der Einführung des Lehrplans 21 (wieder) aktuell und bisher eher marginal behandelt, da es wenige Instrumente gibt, die Lehrpersonen bei der kompetenzorientierten Leistungsbewertung im Unterricht unterstützen.

Meiner Ansicht nach stellen sich drei Herausforderungen beim Kompetenzorientierten Prüfen:

  1. Den Unterricht von der zu erreichenden Performanz her zu denken
    Stichwort: Unterrichtsplanung und Constructive Alignment
  2. Eine kompetenzorientierte Lern- und Beurteilungskultur zu etablieren
    Stichwort: Aufgabenkultur und Feedback
  3. Die gezeigten Leistungen einzuschätzen
    Stichwort: Leistungsbegriff und Methoden der Messung

Entlang dieser drei Herausforderungen lassen sich die zu beantwortenden Fragestellungen generieren und auch das Potential des kompetenzorientierten Prüfens ableiten. Dieses scheint mir nämlich durchaus vorhanden zu sein!

Gerne stelle ich meine Folien hier zur Verfügung.

Nachtrag vom 30.9.2015:

Das Forum profilQ stellt ein Arbeitspapier zur Verfügung, das bei der Entwicklung eines kompetenzorientierten Beurteilungssystems praxisorientiert Unterstützung bietet. Dieses enthält offene Fragen zur Kompetenzbeurteilung und Empfehlungen, wer für die Klärung der Fragen zuständig sein sollte.

Arbeitspapier profilQ

 

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Bildung in den Medien

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Fremdsprachenunterricht “ Lehrplan 21 “ Lehrberuf “ Sparpolitik “ Berufszufriedenheit “ Gewalt an Schulen “ Sexualkundeunterricht “ Politische Bildung “ Schulschrift “ Sponsoring an Schulen … Die Liste mit Bildungsthemen, über die in den Medien berichtet wird, ist lang. Eine grosse Auswahl an Pressestimmen können in der Rubrik «Bildung in den Medien» abgerufen und nachgelesen (Online-Redaktion des LCH, Newsletter vom 28.7.2015)

 

Diesen Dienst des LCH (Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz) finde ich äusserst wertvoll. Besten Dank für den Service!

Und hier geht’s zum Dienst 🙂

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Buchtipp 13: Mentoring for Learning „Climbing the Mountain“

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Es ist etwas ruhig geworden beim Bildungsfutter… nicht, dass es nichts zu berichten gäbe, aber wie so alle Projekte, braucht auch ein Blog Pflege und Zeit und diese steht nicht immer in demselben Ausmass zur Verfügung. Jetzt habe ich aber gerade ein Buch „quergelesen“, welches sich als Buchtipp eignet:

Tillema, H., van der Westhuizen, G. & Smith, K. (Eds.). (2015). Mentoring for Learning „Climbing the Mountain“. Rotterdam Sense Publisher.

 

Zuerst einmal der Klappentext:

No doubt, students appreciate the talks they have with their mentors but do they learn from it as well? Conversations can be comforting or confronting, but above all they need to be helpful in the attainment of a higher level of proficiency and understanding. Are you, as a mentor, up to the task of „climbing the mountain“; that is, to attain the goals you have set with your students and create a truly learning conversation? Conversations are a prime tool in a mentoring relationship. Keeping track of the flow and direction of a conversation is a crucial element in mentor professionalism and a condition to ascertain learning will happen. Mentoring for Learning: „Climbing the Mountain“ concentrates on the need to get grip on what happens during a conversation between a mentor and a mentee to enable both mentor and mentee to understand the nature and route of their talks. The book provides tools for the professional development of mentors to conduct learning conversations.

Selbstverständlich habe ich mit sehr grossem Interesse mit Lesen begonnen, nicht nur weil ich gerne Berge besteige, sondern weil ich in meiner Dissertation ja auch sehr viele Mentoring-Dialoge untersucht habe bezogen darauf, ob diese von den Studiererenden (zukünftigen Lehrpersonen) zum Lernen genutzt werden und wie die Mentorinnen und Mentoren (in der Schweiz Praxislehrpersonen genannt), die Besprechungen gestalten.

Das Buch bietet eine Fülle von Texten und ist ein drei Teile gegliedert:

  1. Learning from Mentoring Conversations: Do we?
  2. Mentoring Conversations: A Two Hearted Affair
  3. Mentoring Professional Development – Learning to Become a Good Mentor

Besonders interessiert hat mich das Kapitel von Harm Tillema und Gert van Westhuizen „Mentoring Conversation and Student Teacher Learning“. Hier die Zusammenfassung:

Weiterlesen

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