Projekt: 100 Sekunden Wissen

262357.projektDa ich gerade wieder einen Projektauftrag formuliert habe, kommt mit der Beitrag 100 Sekunden Wissen von SRF 2 als willkommene Abwechslung. Denn: Projekte scheinen keine Erfindung des 21. Jahrhunderts zu sein 😉

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Das Handy in der Schule / Medienschrottplatz

Wieder einmal wurde ich via den Medienpädagogik-Praxisblog auf zwei Publikationen/Veröffentlichungen aufmerksam gemacht, die ich an dieser Stelle gerne erwähnen möchte. Die erste betrifft die relativ frische Broschüre „Handy in der Schule “ Mit Chancen und Risiken kompetent umgehen„, welche Materialien/Anregungem/Ideen für sämtliche Schulstufen bereitstellt.

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Die zweite Veröffentlichung betrifft den Elektorschrott resp. unseren Umgang damit. Hier der Text des Medienpädagogik-Praxisblogs:

Digitalisierung ist super. Allerdings geht sie bisher einher mit einem teilweise rücksichtslosen Verbrauch von Ressourcen und gleichzeitig riesigen Müllbergen. Diese Kehrseite der Medaille sollte daher auch Teil der Auseinandersetzung mit Medien sein, denn auch die Nutzer_innen haben es in der Hand, mit ihrem Konsum die Müllberge zu reduzieren.

Mit der kurzen Videodokumentation «Regolith» gibt es für die Medienpädagogik nun gutes Material, um das Thema «Elektroschrott» insbesondere mit Jugendlichen zu thematisieren. In dem Film wird eine Gruppe von Jugendlichen auf dem riesigen Elektroschrott-Markt in der Hauptstadt Ghanas bei ihrer Arbeit begleitet. Dabei steht ihr persönliches Schicksal im Mittelpunkt und es werden bewusst keine Hintergründe geschildert. Gerade deswegen ist die Doku meiner Meinung nach hervorragend geeignet für einen Einstieg in eine Auseinandersetzung mit dem Thema.

Ich habe mir das Video angesehen und finde ebenfalls, dass es – gerade weil bewusst auf Hintergrundinformationen verzichtet wird – sehr nachdenklich stimmt.

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Online-Eignungstest für Lehrpersonen

Ob jemand für den Lehrerberuf geeignet ist, lässt sich häufig erst dann feststellen, wenn die Person vor einer Klasse steht und die Wirkungen des Unterrichtshandelns sich auch im Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler manifestieren. An den meisten Pädagogischen Hochschulen wird denn auch das erste Studienjahr genutzt, um die Eignung der zukünftigen Lehrpersonen zu überprüfen. Nun gibt es von der Ludwig-Maximilians-Universität in München „SeLF“ einen Selbsterkundungstest für Studierende [Hinweis via unterricht.educa.ch – News, 17. Juli 2014 08:48 by carola.androwski@educa.ch].

SeLFDas frei zugängliche Online-Beratungsangebot des Münchener Zentrums für Lehrerbildung der Ludwig-Maximilians-Universität gibt Studieninteressierten am Lehrerberuf, Berufs- beratenden und Lehrenden die Möglichkeit, mit Hilfe von Filmen und Zusatzmaterial ihre Eignung für den Beruf zu testen.

Die Eignungsreflexion umfasst drei Schritte:

  • 1. Schritt: Einzelne Filme nach Interesse auswählen, um sich anschaulich zu informieren.
  • 2. Schritt: Im Anschluss an den jeweiligen Film zu drei Fragen Stellung nehmen, um die eigene Haltung zu reflektieren.
  • 3. Schritt: Feedback dazu lesen und über die persönliche Eignung für den Lehrerberuf weiter nachdenken.

Anhand von drei Fragen – die im Anschluss an die 16 ca. 3-minütigen Filmsequenzen beantworten werden können – kann „getestet“ werden, was Lehrpersonen alles tun und ob dies den eigenen Vorstellungen entspricht.

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5239 neue Beiträge: Huch?!

RSSSeit längerer Zeit – wie lange wohl? – habe ich meine RSS-Alerts nicht mehr angesehen. Heute war dann der Moment, jedoch: 5239 neue Beiträge? Kann das sein?

Zudem: von meinen sage und schreibe 196 abonnierten Feeds waren 34 nicht mehr gültig und mussten aktualisiert werden. Netterweise ist die Feed-URL bei jeder Seite an einem anderen Ort „versteckt“… Nun denn: dies konnte natürlich auch gerade genutzt werden, um „uninteressante“ Feeds definitiv zu löschen und alle schön sauber unterschiedlichen Kategorien zuzuordnen, damit kein allzu grosses Durcheinander herrscht.

Kat

 

Dass nun die Kategorie „Medienpädagogik“ am meisten ungelesene Nachrichten zählt, jedoch nicht am meisten abonnierte Feeds enthält, sagt zumindest etwas über die Schreibtätigkeit der Medienpädagoginnen und -pädagogen aus. Auch wenn überhaupt nicht repräsentativ…

 

Doch was für Inhalte verbergen sich hinter den einzelnen Nachrichten?

 

  • Zum Beispiel dieser: Typ: News; Schlüsselwörter: Bildungspolitik; Text: Der Kanton Thurgau schert als Erster aus dem Sprachengesetz aus: Der Grosse Rat hat beschlossen, den obligatorischen Französischunterricht aus dem Lehrplan der Primarschule zu streichen. Die Kinder lernen jetzt bis zur sechsten Klasse nur noch Englisch statt der zweiten Landessprache und Englisch. Datum: 14. August 2014 Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Thurgau-bricht-als-erster-Kanton-mit-dem-Fruehfranzoesisch/story/12738271 (UND WELCHER KANTON FOLGT NACH?)
  • Oder dieser: What Competencies Do Teachers Need? Demands of the Teaching Profession from the Perspective of Teachers and Teacher Educators; Forum Qualitative Sozialforschung, 8. Aug. 2014 12:01 by Sabine Weiß, Simone Schramm, Ewald Kiel; URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1403201 (KOMPETENZORIENTIERUNG WOHIN MAN BLICKT…)
  • Oder: Unterrichtsmaterial: Video zum Universum; Lehrer-Online – Materialien, 14. Aug. 2014 16:24; Die wahrscheinlichsten Theorien zum Ende unseres Universums werden in diesem Video in nur wenigen Minuten verständlich erklärt. (UND WANN GEHT DIE WELT DENN UNTER?!)

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EndNote X7, Word und Instant Formatting

Es ist ein Problem, das alle, welche längere Texte schreiben und das Literaturverarbeitungsprogramm EndNote benutzen, kennen. Erstens müssen alle „In-Text-Zitationen“ (sofern sie denn darüber hinausgehen, lediglich den Autor/die Autorin und/oder die Jahreszahl des Erscheinungsdatums zu nennen) wirklich über „Edit Citations“ verändert werden, ansonsten sie beim nächsten Öffnen des Programms verschwunden sind. Das ginge ja noch, aber: sobald das Dokument etwas länger wird scannt EndNote JEDES MAL die gesamte Datei durch, auch wenn nur eine einzige Seitenangabe oder ein „vgl.“ gesetzt wurde. Auf den einschlägigen Seiten wird empfohlen:

We recommend you to Turn Off the instant formatting of the bibliography.

If you have this function turned on, the bibliography will automatically be updated everytime new citations are added to the document. This could be annoying, particularly of you have a large document with many citations.

Schön, jedoch: dann können auch keine Präfixe und Suffixe mehr angebracht werden, da Endnote dies bei der Insert-Funktion leider nicht anbietet. Die Lösung? Habe ich nirgends beschrieben gefunden, also musste ich mir selber behelfen. Es ist wohl nicht die eleganteste aller Lösungen, aber es geht allemal schneller, als immer zu warten, bis EndNote dann auch so weit ist oder noch schlimmer, immer parallel zum Zitieren irgendwo noch die Seitenzahlen zu notieren und dies nachträglich einzeln einzufügen und auch wieder zu warten…

Also „Instant Formatting off“, danach im Quelltext der erscheint, sobald eine Zitation eingefügt wurde, „von Hand“ die entsprechenden Seiten und Zeichen eingeben. In etwa so (die fettgedruckten Zeichen wurden nachträglich eingefügt):

  • {Neber, 2001 #4699`, S. 116 ff.@@author-year}
  • {Greeno`, Collins & Resnick`, 1996`; zitiert nach \Woolfolk, 2008 #4644`, S. 309}
  • {vgl. \Hasselhorn, 2013 #4637`, S. 65}

Wirklich keine elegante Lösung, aber sie funktioniert. Am Schluss dann „Update Citations and Bibliography“ drücken und alles (sollte) ist richtig formattiert (sein).

Man merkt: Ich bin am Schreiben meiner Disseration 😉

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Buchtipp 12: Coaching im Fachunterricht – wie Unterrrichtsentwicklung gelingt

Hirt

Vor noch nicht allzu langer Zeit erschienen ist das Buch von Ueli Hirt und Kirsten Mattern „Coaching im Fachunterricht“, welches ich zur Lektüre sehr empfehlen kann.

Hier die Beschreibung des Verlags: „Wissenschaftliche Erkenntnisse, fach- didaktische Grundlegungen in Deutsch und Mathematik sowie reflektierte Praxisberichte aus der Grundschule und der Sekundarstufe 1 bieten einen theoretischen und praktischen Einstieg in das Thema Fachunterrichts- coaching. Neben Merkmalen und Instrumenten des Fachunterrichtscoachings berichten die Autoren über Haltung, Rolle und Kommunikation im Coaching. Zudem stellen sie dessen Bedeutung für die Schulentwicklung heraus.“

Tatsächlich enthält das Buch viele praktische Einblicke ins Fachunterrichtscoaching auf der Grundlage des Fachspezifisch-Pädagogischen Coachings (West & Staub, 2003; Staub, 2001). Wer eine Leseprobe möchte, kann diese hier downloaden.

Eine anregende Sommerlektüre!

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SGBF Jahreskongress 2014 | PH Luzern

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Schon wieder findet ein Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) statt; schon wieder? Nun: der letzte war 2012 in Bern – ich berichtete hier, aber die Zeit rast wohl…

Am Vormittag nahm ich selber an einer Paper-Veranstaltung teil. Ein kurzer Rückblick: Zuerst berichteten Mirjam Kocher und Andrea Keck Frei erste Ergebnisse der Begleitstudie ReQuest – Quereinstieg in den Lehrberuf.

Hier ein Auszug aus dem Abstract:

Aufgrund des Mangels an Lehrpersonen in diversen Kantonen bieten verschiedene Pädagogische Hochschulen in der Schweiz verkürzte Studiengänge für Quereinsteigende an. Dabei handelt es sich um ein neues Segment von Studierenden, die bereits über einen Studienabschluss (oder eine äquivalente Vorbildung) sowie Berufserfahrung verfügen. Die Quereinsteigenden bringen Erfahrungen und Kompetenzen mit Transferpotenzial aus ihrem Erstberuf mit, die für ihren zukünftigen (Lehr-)Beruf als wichtig erachtet werden und daher eine kürzere Ausbildung rechtfertigen. Besonderes Merkmal der Quereinstieg-Studiengänge an der Pädagogischen Hochschule Zürich ist ihre berufsintegrierte bzw. berufsbegleitete Ausrichtung und das ihnen zugrunde liegende learning-by-doing-Ausbildungsmodell.

Gefragt haben sich die Forscherinnen im Beitrag: Welche Kompetenzen bringen die QUEST-Studierenden bei Studieneintritt mit, wie entwickelt sich der Kompetenzaufbau im Studium? Besteht zudem ein Unterschied zur Kompetenzentwicklung von Studierenden in den Regelstudiengängen?

Momentan liegen Fragebogendaten zu drei Messzeitpunkten vor: am Anfang und am Ende des ersten Studienjahres, sowie am Ende des zweiten, berufsintegrierten Studienjahres.

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das Wissen und Können und die konstruktivistischen subjektiven Theorien der Quereinsteigenden, gemessen anhand eigener Einschätzungen, im ersten Studienjahr steigern und die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Lehrberuf bereits am Anfang der Ausbildung hoch eingeschätzt werden.

Hier kann man auf weitere Ergebnisse sehr gespannt sein!

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Buchtipp 11: Unterrichtsplanungskompetenz im Praktikum

Eben ist wieder eine Dissertation zu Schulpraktika in der Lehrer/-innenbildung erschienen. Diesmal von Sarah Brodhäcker zum Thema: Unterrichtsplanungskompetenz im Praktikum: Einflussfaktoren auf die Veränderung der wahrgenommenen Kompetenz von Studierenden. Die ausgewerteten Daten wurden im Rahmen des Forschungsprojekt ESIS (Entwicklung Studierender in Schulpraktika) erhoben rund um das Hildesheimer Praktikumsmodell. Die Dissertationen von Andreas Bach (vgl. Buchtipp 07) als auch Claudia Gassmann (vgl. Buchtipp 08) sind ebenfalls aus diesem Forschungsprojekt hervorgegangen.

In der Kürze liegt die Würze: Sarah Brodhäcker untersucht die folgenden fünf Fragestellungen:

Fragestellung 1: Besteht eine hinreichende Übereinstimmung zwischen der Selbsteinschätzung der Studierenden zu ihrer Unterrichtsplanungskompetenz und der Fremdeinschätzung durch die Mentorinnen und Mentoren?

Fragestellung 2: Inwiefern beeinflussen bestimmte Merkmale (Geschlecht, Alter, Abiturnote, pädagogische Vorerfahrung/Wissen, Selbstwirksamkeitserwartung, epistemologische Überzeugungen) der Studierenden die Kompetenzveränderungen?

Fragestellung 3: Haben bestimmte Merkmale der Mentorinnen und Mentoren (Geschlecht, epistemologische Überzeugungen) einen Einfluss auf die Veränderungen der Kompetenzen der Studierenden?

Fragestellung 4: Welchen Einfluss hat die Beziehungsqualität der Studierenden zu den Mentorinnen und Mentoren auf die Veränderung der Kompetenzen der Studierenden?

Fragestellung 5: Inwiefern beeinflusst die Unterrichtsplanungs- kompetenz der Mentorinnen und Mentoren die Kompetenzveränderung der Studierenden?

Zur Beantwortung der Fragen modelliert Sarah Brodhäcker die Variablen in einem Strukturgleichungsmodell und stellt im Ergebnisteil der Dissertation die verschiedenen Modelle vor.

Hier die wichtigsten Ergebnisse: Die erste Frage kann bejaht werden. Es besteht eine Übereinstimmung. Studierende schätzen ihre Unterrichtsplanungskompetenz ähnlich ein, wie dies ihre Mentorinnen und Mentoren (in der Schweiz sind dies Praxislehrpersonen, also erfahrene Lehrpersonen). Mentor/-innen sind Dozierende an der Pädagogischen Hochschule, welche die Studierenden in der berufspraktischen Ausbildung begleiten. Bei der zweiten und dritten Frage gibt es kein einheitliches Bild. Einige Merkmale haben einen Einfluss im einen Praktikum, aber im anderen nicht und umgekehrt. Hingegen hat die Beziehungsqualität der Studierenden zu den Mentor/-innen einen Einfluss auf die Veränderung der Kompetenzen der Studierenden. Studierende die eine hohe Qualität der Beziehung angeben, erleben einen höheren Kompetenzzuwachs. Hingegen hat eine hohe Unterrichtsplanungskompetenz der Mentor/-innen bei der fünften Frage, keinen Einfluss auf die Kompetenzveränderung der Studierenden.

Die Dissertation ist – meiner Ansicht nach – ein Muss für alle an der Forschung rund um die berufspraktische Ausbildung angehender Lehrpersonen interessierter Menschen!

Quelle: Brodhäcker, S. (2014). Unterrichtsplanungskompetenz im Praktikum: Einflussfaktoren auf die Veränderung der wahrgenommenen Kompetenz von Studierenden. Münster: Waxmann.

 

 

 

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Big Data – verständlich erklärt

Via den Medienpädagogik-Praxis-Blog bin ich auf ein sehr schönes Video aufmerksam gemacht worden, welches „Big Data“, also die Nutzung von großen Datenmengen zur Gewinnung von neuen Informationen, einfach und verständlich erklärt. Auch die dazu gehörende Broschüre mit vertiefenden Informationen finde ich gelungen.

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Wochenartikel 16: Einstellungen von Mentorinnen und Mentoren

Alexander Gröschner und Janina Häusler haben einen Beitrag mit dem Titel „Inwiefern sagen berufsbezogene Erfahrungen und individuelle Einstellungen von Mentorinnen und Mentoren die Lernbegleitung von Lehramtsstudierenden im Praktikum voraus?“ im Buch Schulpraktika in der Lehrerbildung (vgl. diesen Blogeintrag) veröffentlicht. In ihrer Studie untersuchten sie, über welche Einstellungen Mentor/-innen (in diesem Fall Praxislehrpersonen) gegenüber der Mentorentätigkeit und dem beruflichen Umfeld verfügen, die Lehrerstudierende während eines Praxissemesters an der Schule betreuen und unterstützen und inwiefern diese mit ihren Angaben zur Lernbegleitung (Betreuungszeit, Unterstützung) zusammenhängen. Hierzu wurden Daten von 129 Praxislehrpersonen erhoben. Nebst den Korrelationen hätte mich persönlich noch interessiert, welchen Einfluss die Einstellungen auf die Qualität der Lernbegleitung oder auf das Lernen der Studierenden hatten. Ob diesbezüglich ebenfalls Daten vorliegen, weiss ich jedoch nicht.

Erhoben wurden die Einstellungen der Praxislehrpersonen mittels Skalen zur Innovationsbereitschaft, Berufszufriedenheit, dem persönlichen Gewinn aus der Mentoring-Beziehung durch die Eröffnung neuer Perspektiven und dem persönlichen Gewinn durch Reflexion & Weiterentwicklung. In Deutschland werden (im Gegensatz zur Schweiz) Praxislehrpersonen nur sehr rudimentär auf ihre neue Rolle vorbereitet. Auf dieser Hintergrundfolie betrachtet ist der Befund, dass der persönlichen Gewinn, welcher aus der Betreuung von Lehrerstudierenden abgeleitet wird, eher der Reflexion der eigenen Tätigkeit als dem Erhalt neuer fachlicher bzw. pädagogischer Perspektiven dient (vgl. S. 328) zu verstehen, welcher auf den ersten Blick erstaunt und auch nicht im Einklang mit bisherigen Befunden steht. Neue Perspektiven eröffnen sich Praxislehrpersonen meiner Ansicht nach vor allem auch dann, wenn sie stärker mit der Ausbildungsinstitution verbunden sind und direkt mit aktuellen Erkenntnissen der Lehr-Lernforschung, als auch der Fach- und Allgemeindidaktik in Kontakt kommen.

Dass die Befragten mit ihrem Beruf zufrieden sind und die Innovationsbereitschaft im beruflichen Umfeld überdurchschnittlich beurteilt wird zeigt jedoch einmal mehr, dass als Praxislehrpersonen vor allem die stark engagierten und interessierten Lehrpersonen gewonnen werden müssen.

Quelle: Gröschner, A. & Häusler, J. (2014). Inwiefern sagen berufsbezogene Erfahrungen und individuelle Einstellungen von Mentorinnen und Mentoren die Lernbegleitung von Lehramtsstudierenden im Praktikum voraus? In K.-H. Arnold, A. Gröschner & T. Hascher (Eds.), Schulpraktika in der Lehrerbildung: Theoretische Grundlagen, Konzeptionen, Prozesse und Effekte (pp. 315-333). Münster: Waxmann.

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