{"id":1455,"date":"2013-02-26T10:29:13","date_gmt":"2013-02-26T09:29:13","guid":{"rendered":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=1455"},"modified":"2013-02-26T10:40:41","modified_gmt":"2013-02-26T09:40:41","slug":"buchtipp-07-kompetenzorientierung-im-schulpraktikum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/buchtipp-07-kompetenzorientierung-im-schulpraktikum","title":{"rendered":"Buchtipp 07: Kompetenzorientierung im Schulpraktikum"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1455 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1455')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1455').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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M\u00fcnster: Waxmann.<\/strong><\/p>\n<p>Adaptierter Auszug aus dem Klappentext: Schulpraktika sind seit jeher ein zentrales Element hochschulischer Lehrerbildung. Sie gelten als \u00dcbungs- und Lerngelegenheiten, um berufsspezifische Kompetenzen in einem Anwendungskontext auszubilden. Ob diese Lernwirkungen jedoch tats\u00e4chlich erreicht werden, ist \u201c laut Bach \u201c bislang nicht hinreichend empirisch belegt. So untersucht er in seiner Studie mittels linearer Strukturgleichungsmodelle den Lernfortschritt von Studierenden in jenem Kompetenzbereich, der insbesondere in allgemeinen Schulpraktika fokussiert wird: die allgemeindidaktische Kompetenz zur Planung von Unterricht.<\/p>\n<p>Der sorgf\u00e4ltig recherchierte Theorieteil als auch die statistischen Auswertungen \u00fcberzeugen an dieser Dissertation. Ausgehend vom Versuch der Fassung des Kompetenzbegriffs werden sodann die Kompetenzbereiche\u00a0 zur Unterrichtsplanung, -durchf\u00fchrung und -analyse ausdifferenziert und die Herausforderungen, welche sich bei deren Messung stellen, dargelegt. Auch vorhandene Studien zum Wissen und Handeln von angehenden Lehrpersonen im Praktikum werden \u201c nebst anderen Teilkapiteln (z.B. Selbstwirksamkeit) \u201c umfassend dargestellt. Die folgenden drei Forschungsfragen stellt sich der Autor:<\/p>\n<ol>\n<li>Wie verl\u00e4uft die selbsteingesch\u00e4tzte Kompetenzentwicklung von Studierenden hinsichtlich der allgemeindidaktischen Planungskompetenz in einem vierw\u00f6chigen Blockpraktikum? Bleiben die Effekte \u00fcber einen Zeitraum von drei Monaten stabil (Follog-up-Messung)?<\/li>\n<li>Entwicklung von Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartung als pers\u00f6nlichkeitsbezogene Lernwirkung: Wie entwickelt sich die Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartung von Studierenden? (Blockpraktikum und Follow-Up)<\/li>\n<li>Welchen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung haben (a) schulp\u00e4dagogisch-didaktisches Wissen, (b) p\u00e4dagogische Vorerfahrungen, (c) die Qualit\u00e4t der Beziehung zur Praxislehrperson sowie (d) die Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartung von Studierenden bzw. in welcher Wechelswirkung stehen diese Bedingungsfaktoren mit der Kompetenzentwicklung?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Interessiert hat mich vor allem Frage 1 und Frage 3 (c), deren Ergebnisse ich nachfolgend kurz berichte.<\/p>\n<p>Zum Weiterlesen auf den blauen Button klicken!<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Erfasst wurde die allgemeindidaktische Planungskompetenz (APK) mit einem im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.uni-hildesheim.de\/index.php?id=8216&amp;L=1\" target=\"_blank\">Forschungsprojektes ESIS<\/a> der Universit\u00e4t Hildesheim entwickelten Selbsteinsch\u00e4tzungsinstrumentes. Es konnten stabil \u00fcber alle Messzeitpunkte zwei Faktoren ermittelt werden, die sich inhaltlich als zwei Dimensionen zur Unterrichtsplanung interpretieren liessen (Bach, 2013, S. 158):<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;Planungskomponenten&#8220; wie Unterrichtsmethoden, didaktische Fachsprache bei der schriftlichen Planung, Kerncurriculum, Lernvoraussetzungen von Sch\u00fcler\/-innen und Wechselbeziehungen von Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen.<\/li>\n<li>&#8222;Aktueller Literaturbezug&#8220; wie die Verwendung von allgemeindidaktischer und fachdidaktischer Literatur bei der Planung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Analog zu bisherigen Ergebnissen hinsichtlich der Entwicklung der allgemeindidaktischen Planungskompetenz (z.B. Bodensohn &amp; Schneider, 2009; Schubarth et al., 2009) berichten auch die Studierenden dieser Stichprobe (N=424) \u00fcber einen relativ hohen Kompetenzausgangswert zu Beginn des Praktikums, wobei es interindividuelle Differenzen in der Auspr\u00e4gung gibt. Trotz des bereits hohen Ausgangswertes konnte noch ein signifikanter Anstieg der allgemeindidaktischen Planungskompetenz nachgewiesen werden (was ebenfalls mit anderen Befunden korrespondiert). Je h\u00f6her der Ausgangswert, desto geringer jedoch der Kompetenzanstieg. Hier zieht Bach den Schluss, dass bei einem hohen Ausgangswert nicht viel mehr dazugewonnen werden kann (Deckeneffekt). Ich frage mich an dieser Stelle, woher die hohen Ausgangswerte stammen und ob die Studierenden tats\u00e4chlich in der Lage sind, ihre Planungskompetenzen realistisch einzus\u00e4tzen, wobei die Mentoren die Kompetenzen der ihnen zugeteilten Studierenden noch h\u00f6her einsch\u00e4tzten. Meiner Ansicht nach korrekt fragt sich Bach, ob nicht die zus\u00e4tzliche Erfassung von Kompetenzen durch objektive Testverfahren notwendig w\u00e4ren (vgl. ebd. S. 195).<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Entwicklungsbedingungen der allgemeindidaktischen Planungskompetenz (vgl. Forschungsfrage 3) scheinen sowohl das schulp\u00e4dagoagisch-didaktische Wissen als auch die p\u00e4dagogischen Vorerfahrungen keinen signifikanten Einfluss auf die Planungskompetenz zu haben. Hingegen spielt die Qualit\u00e4t der Beziehung zur Praxislehrperson (Mentor\/-in) eine Rolle. Je zufriedener die Studierenden mit der Zusammenarbeit mit ihrem Mentor\/ihrer Mentorin sind, desto st\u00e4rker entwickelt sich ihre selbsteingesch\u00e4tzte allgemeindidaktische Planungskompetenz im Praktikum. Der Lernerfolg steht laut Bach also in einer bedeutsamen Beziehung zur wahrgenommenen Beziehungsqualit\u00e4t zur Praxislehrperson (vgl. ebd., S. 199). Auch dieses Ergebnis f\u00fcgt sich in die bisherigen Untersuchungsergebnisse ein, welche die zentrale Bedeutung von Praxislehrpersonen f\u00fcr die Lernprozesse von Studierenden in Praxisphasen hervorheben. Folgerichtig folgert Bach, dass eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr die Wirksamkeit von Praktika in der Betreuung der Praxiserfahrungen gesehen werden muss, was auch die Frage nach der Qualifikation von Praxislehrpersonen hervorruft. Er schl\u00e4gt vor, dass insbesondere der Bereich der theoriebezogenen Unterrichtsbesprechungen und Kenntnisse \u00fcber die Durchf\u00fchrung professioneller Beratungsgespr\u00e4che mit Studierenden notwendig seien (vgl. ebd., S. 212). Denn: reflexive Lernprozesse stellen sich in den Praktikumsphasen nicht gleichsam automatisiert ein. Dass es hierzu noch vermehrte Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Praxislehrpersonen braucht &#8211; allenfalls auch eine Neupositionierung ihrer Stellung \u201c habe ich an anderer Stelle bereits einmal dargelegt (vgl. <a href=\"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=1367\" target=\"_blank\">Blogposting<\/a>). Denn, um es in den Worten Bach&#8217;s zu sagen: \u00abEine Dichotomisierung zwischen Theorie und Praxis wird auf dieser Ebene ebenso sichtbar wie die fehlenden Abstimmungsprozesse zwischen beiden Ausbildungsbereichen\u00bb (vgl. ebd., S. 212). Hierzu hoffentlich hilfreiche Hinweise k\u00f6nnen wir aus unserem eigenen \u201c sich momentan in der Schlussphase befindendem \u201c Forschungsprojekt &#8222;<a href=\"http:\/\/www.ife.uzh.ch\/research\/lehrstuhlstaub\/forschung\/coaching.html\" target=\"_blank\">Fachspezifisches Coaching in Lehrpraktika<\/a>&#8220; in den n\u00e4chsten Monaten publizieren.<\/p>\n<p>Eine zweite lesenswerte Dissertation aus dem Umfeld der Hildesheimer-Forschungsgruppe zur Unterrichtsplanung im Praktikum ist ebenfalls gerade k\u00fcrzlich erschienen:<\/p>\n<p>Gassmann, C. (2013). Erlebte Aufgabenschwierigkeit bei der Unterrichtsplanung in den Praktikumsphasen der universit\u00e4ren Lehrerbildung \u201c Eine qualitativ-inhaltsanalytische Studie. Berlin: VS Springer.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade erschienen (2013) und sehr nah an unseren\/meinen eigenen Forschungsinteressen situiert sich die Dissertation von Andreas Bach von der Universit\u00e4t Hildesheim (D): Bach, A. (2013). Kompetenzentwicklung im Schulpraktikum. Ausmass und Stabilit\u00e4t von Lerneffekten hochschulischer Praxisphasen. M\u00fcnster: Waxmann. 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