{"id":1490,"date":"2013-05-26T12:02:44","date_gmt":"2013-05-26T10:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=1490"},"modified":"2013-05-26T12:09:23","modified_gmt":"2013-05-26T10:09:23","slug":"masterdiplom-fur-primarlehrer-innen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/masterdiplom-fur-primarlehrer-innen","title":{"rendered":"Masterdiplom f\u00fcr Primarlehrer\/-innen?"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1490 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1490')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1490').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Begr\u00fcndet wird diese h\u00f6here Qualifikation mit mehr Attraktivit\u00e4t des Berufs f\u00fcr M\u00e4nner.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bildschirmfoto-2013-05-26-um-10.15.02.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1492\" alt=\"Bildschirmfoto 2013-05-26 um 10.15.02\" src=\"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bildschirmfoto-2013-05-26-um-10.15.02-300x179.png\" width=\"300\" height=\"179\" srcset=\"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bildschirmfoto-2013-05-26-um-10.15.02-300x179.png 300w, http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bildschirmfoto-2013-05-26-um-10.15.02-200x120.png 200w, http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bildschirmfoto-2013-05-26-um-10.15.02.png 666w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zudem reiche die Zeit von heute sechs Semesters nicht, um junge Lehrpersonen auf die gestiegenen Anforderungen im Unterricht vorzubereiten, wobei nicht der theoretische Teil ausgebaut werden soll, sondern vor allem der praktische. \u00abWir schlagen eine berufsbegleitende Masterstufe vor, welche Praxis und Theorie eng miteinander verknu\u00fcpft\u00bb, sagt Zemp. Der Schweizerische Lehrerverband (LCH) sieht als Grund f\u00fcr diese Forderung die zunehmende Komplexita\u00fct der Aufgaben, mit der sich ein Berufseinsteiger konfrontiert sehen.<\/p>\n<blockquote><p>Gemeint sind unter anderem Gespra\u00fcche mit zunehmend anspruchsvollen Eltern, mehr Kinder ohne Deutschkenntnisse, aber auch der Umgang mit Gewalt oder Missbrauchsvorwu\u00fcrfen an Schulen. In der Volksschule seien zunehmend solche Spezialkenntnisse gefragt, schreibt der LCH. Viele Schulen seien darum dazu u\u00fcbergegangen, Expertinnen anzustellen. Gemeint sind etwa Sozialarbeiterinnen, Sprachlehrer fu\u00fcr ausla\u00fcndische Kinder und interkulturelle Vermittler. Ku\u00fcnftig sollen Lehrer wieder dazu befa\u00fchigt werden, diese Aufgaben von Anfang an selbst zu u\u00fcbernehmen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Also prim\u00e4r zwei Gr\u00fcnde werden angef\u00fchrt: mehr Karrierechancen f\u00fcr M\u00e4nner und gestiegene Anforderungen. Liest man das <a href=\"http:\/\/www.kathrinfutter.ch\/kf\/texte\/130427_Positionspapier_GrundausbildungBeruflicheEntwicklungLP.pdf\" target=\"_blank\">Positionspapier des LCH<\/a> sind die Gr\u00fcnde jedoch noch differenzierter:<\/p>\n<ol>\n<li>F\u00fcr Lehrpersonen auf der Vorschul- und Primarstufe ist die Grundausbildung nicht ausreichend gew\u00e4hrleistet. Die Abschlusskompetenzen der P\u00e4dagogischen Hochschulen sind nicht harmonisiert. Wesentliche Rahmenbedingungen haben sich seit 10 Jahren ge\u00e4ndert:\n<ol>\n<li>Zunehmende Heerogenit\u00e4t, die Integration, die gr\u00f6sseren Klassen sowie die Reduktion von Halbklassen stellen h\u00f6chste Anforderungen an Berufsanf\u00e4nger\/-innen bez\u00fcglich Klassenf\u00fchrung, Unterrichtsorganisation und Beziehungsgestaltung.<\/li>\n<li>Die Kommunikation mit anspruchsvollen Eltern z\u00e4hlt bei Berufsanf\u00e4nger\/-innen zu den gr\u00f6ssten Herausforderungen.<\/li>\n<li>Die Anspr\u00fcche an die professionelle Kooperation und Kommunikation innerhalb der geleiteten und interdisziplin\u00e4r arbeitenden Schulen hat zugenommen.<\/li>\n<li>Die Anforderungen f\u00fcr den Einstieg in die Grundausbildung sind angepasst worden: Eine Fachmatura reicht f\u00fcr einen Direkteinstieg. Quereinstiege sind mit Anrechung von Vorerfahrungen m\u00f6glich. Die Abschlusskompetenzen f\u00fcr Stufen- und F\u00e4cherprofile sind untern den PH noch nicht harmonisiert.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Fachlaufbahn innerhalb des Berufs sind auf allen Stufen ungen\u00fcgend ausgebaut. An den Schulen sind zunehmend auch Spezialkenntnisse gefragt.\n<ol>\n<li>F\u00fcr besonders herausfordernde Situationen (Gewaltvorkommnisse, Interventionen bei Missbrauchsverdacht, Kooperation mit dem Umfeld, Unterrichts- und Qualit\u00e4tsentwicklung, Projektleitung, Kommunikation nach aussen, Praxisausbildung und Coachingn von neu einsteigenden Lehrpersonen etc.) werden an Schulen zunehmend Expertinnen und Experten eingesetzt.<\/li>\n<li>An grossen Schulen ben\u00f6tigt die Schulleitung Unterst\u00fctzung in der F\u00fchrung z.B. f\u00fcr Stufenleitungen und Projekte. Es braucht auch Lehrpersonen, welche p\u00e4dagogische Leitungsfunktionen \u00fcbernehmen, da in einigen Kantonen auch Schulleitungen ohne Lehrbef\u00e4higung angestellt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Attraktivit\u00e4t und Professionalit\u00e4t eines Berufs sind fachliche Spezialisierungen und M\u00f6glichkeiten zur Weiterentwicklung im Beruf wesentlich.<\/li>\n<li>Altrechtliche Diplome m\u00fcssen als Zugang f\u00fcr zertifizierte Weiterbidlungen an Fachhochschulen wie versprochen dem Bachelorabschluss gleichgestellt sein. Ansonsten sind innerhalb der Arbeitszeit und kostenlos &#8222;Passarellen&#8220; einzurichten.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ganz am Schluss des Papiers finden sich dann noch die Forderungen zur Grundausbildung und beruflichen Entwicklung von Lehrpersonen. Einige habe ich hier herausgegriffen:<\/p>\n<p>Zum Weiterlesen auf den blauen Button klicken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Die Grundausbildung f\u00fcr die Lehrpersonen der Eingangs- und Primarstufe wird um zwei Semester verl\u00e4ngert und schliesst auf Masterstufe ab. Die entsprechenden Anforderungsprofile werden \u00fcberkantonal und mit Einbezug des LCH festgelegt.<\/li>\n<li>Die Ausbildung auf der Masterstufe erfolgt zumindest w\u00e4hrend \u00fcber einem Jahr berufsbegleitend und legt den Schwerpunkt auf die Anforderungen beim Berufseinstieg, den Unterricht in allen F\u00e4chern sowie auf die Herausforderungen der Klassenf\u00fchrung und Elternarbeit. F\u00fcr die Sekundarstufen I &amp; II werden die Grundausbildung erg\u00e4nzende Weiterbildungen (CAS) angeboten.<\/li>\n<li>An den Kooperationsschulen werden Mentoratspersonen fundiert ausgebildet. Die Schulen sind mit diesen Praxislehrpersonen in der letzten Ausbildungsphase Partner in der Grundausbildung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Pers\u00f6nlich finde ich den Masterabschluss FH f\u00fcr Primarlehrpersonen einen Schritt in die richtige Richtung. Ich w\u00fcrde dies jedoch nicht haupts\u00e4chlich als einen Karriereanreiz vor allem f\u00fcr M\u00e4nner sehen, sondern selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr Frauen. Dass damit der Lehrerberuf gest\u00e4rkt wird, liegt auf der Hand. Zudem sind die Anforderungen tats\u00e4chlich viel facettenreicher geworden und Berufseinsteiger\/-innen brauchen vielf\u00e4ltigere Kompetenzen als noch vor 20 Jahren, um ihre Aufgaben erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Dass auch in Teilen Deutschlands und in \u00d6sterreich auf den Master umgestellt hat, unterst\u00fctzt diesen Trend (vgl. <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/bildung\/schule\/lehrerbildung\/641618\/Masterstudium-kuenftig-fuer-alle-Lehrer-Pflicht\" target=\"_blank\">die Presse<\/a>).<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch kritische Stimmen. So stellt sich zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.christianamsler.ch\/\" target=\"_blank\">Christian Amsler<\/a>, Pr\u00e4sident der Deutschschweizer Konferenz der Bildungsdirektoren, entschieden gegen eine weitere Akademisierung. In der NZZ am Sonntag vom 26. Mai 2013 ist zu lesen:<\/p>\n<blockquote><p>Der Abschluss bedinge eine Masterarbeit, und diese schreibe man im stillen Ka\u00fcmmerchen. \u00abSo eignet man sich bestimmt nicht mehr Kompetenzen fu\u00fcr den Unterricht an\u00bb, sagt Amsler. Ausserdem koste die Verla\u00fcngerung der Ausbildung eine Stange Geld, und obendrein verschlimmere sie den in vielen Kantonen virulenten Mangel an Lehrpersonen. Daru\u00fcber hinaus sei er u\u00fcberzeugt, dass es in der Bevo\u00fclkerung gar nicht gut ankomme, wenn irgendwann sogar Kinderga\u00fcrtnerinnen einen Master vorweisen mu\u00fcssten. \u00abSchlecht fu\u00fcrs Image\u00bb, lautet Amslers abschliessendes Urteil.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch schon fr\u00fcher konnte in der Presse Kritisches gelesen werden. Im <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Fuenf-Jahre-Studium-fuer-Kindergaertnerinnen-\/story\/16860586\" target=\"_blank\">Tages-Anzeiger vom 9. Juli 2010<\/a> finden sich zum Beispiel die folgenden Argumente:<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>Die geforderte Aufstufung zu Masterabsolventen sei \u00abbloss eine verkappte Forderung nach mehr Lohn\u00bb, sagt Ruedi Noser, Vizepr\u00e4sident der nationalr\u00e4tlichen Bildungskommission. Gar nichts h\u00e4lt Noser vom Credo des LCH, dass ein generelles Masterstudium die Attraktivit\u00e4t des Lehrerberufs steigern w\u00fcrde: \u00abMit einem verl\u00e4ngerten Studium steht der Beruf erst recht in Konkurrenz zu Physikern, Medizinern oder Juristen.\u00bb<\/li>\n<li>Die CVP-Bildungspolitikerin Kathy Riklin sieht das genauso: \u00abWenn man das Studium verl\u00e4ngert, werden sich noch weniger M\u00e4nner f\u00fcr den Lehrerberuf entscheiden und lieber gleich einen attraktiven Job in der Finanz- oder Versicherungsbranche anstreben.\u00bb Eine \u00abweitere Akademiserung\u00bb des P\u00e4dagogenberufs sei grundfalsch, sagt die Nationalr\u00e4tin. Sie pl\u00e4diert daf\u00fcr, die Ausbildung der Kinderg\u00e4rtnerinnen auf zwei Jahre zu reduzieren: \u00abF\u00fcr diesen Beruf braucht es prim\u00e4r nicht theoretisches Wissen, sondern ein Flair im Umgang mit Kleinkindern.\u00bb<\/li>\n<li>Am radikalsten bek\u00e4mpft Ulrich Schl\u00fcer besagte Akademisierung. Der SVP-Nationalrat h\u00e4lt die P\u00e4dagogische Hochschule generell f\u00fcr eine Fehlinstitution. Er lobt die fr\u00fcheren Lehrerseminarien, \u00abbei denen die Praxisausbildung noch klar im Mittelpunkt stand\u00bb. Hauptursache des Lehrermangels sei, dass viele PH-Studierende \u00abgar nicht die Absicht haben, je Schule zu geben, sondern bloss auf einfache Weise zu einem Bachelor kommen wollen\u00bb.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Der Dachverband der Lehrer sieht das freilich anders. Fu\u00fcr Zemp ist der Master auf Primarstufe Pflichtprogramm, dies aus den oben aufgef\u00fchrten Gr\u00fcnden und auch weil die internationale Entwicklung in der Lehrerausbildung sowieso in diese Richtung gehe. In der NZZ ist zu lesen:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDiesem Trend kann sich die Schweiz nicht entziehen, wenn sie ihre Lehrpersonen nicht schlechter auf dem Arbeitsmarkt stellen will als Lehrer aus den Nachbarla\u00fcndern, die zunehmend auch in der Schweiz unterrichten\u00bb, ist Zemp u\u00fcberzeugt. Das Problem des Lehrermangels werde durch die Verla\u00fcngerung bestimmt nicht verscha\u00fcrft, im Gegenteil: Durch die berufsbegleitende Masterstufe werde das Problem abgefedert, weil Lehrer in Ausbildung im Unterricht eingesetzt werden ko\u00fcnnten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie, ob und wann der Master f\u00fcr Primarlehrpersonen eingef\u00fchrt wird, braucht wohl noch einige Diskussionen bei Politiker\/-innen und Bildungsfachleuten. Den Vorschlag des LCH der berufsbegleitenden Masterstufe (vgl. auch die Umsetzung in \u00d6sterreich) finde ich jedoch vielversprechend und eben gerade keine Akademisierung, sondern durch die enge Verzahnung der Kooperationsschulen mit den P\u00e4dagogischen Hochschulen via die Praxislehrpersonen als &#8222;Br\u00fcckenbauer\/-innen&#8220; (vgl. ein \u00e4lteres <a href=\"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=1367\" target=\"_blank\">Blogposting<\/a>) eine Chance, die es zu nutzen gilt.<\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kathrinfutter.ch\/kf\/texte\/130526_Master_Primar_NZZ.pdf\">Artikel<\/a> von Katharina Bracher in der NZZ am Sonntag vom 26. Mai 2013<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der heutigen NZZ am Sonntag (26. Mai 2013) ist zu lesen, dass der Lehrerverband will, dass angehende Primarlehrpersonen k\u00fcnftig einen Master machen sollen. 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