{"id":298,"date":"2009-07-05T08:02:55","date_gmt":"2009-07-05T14:02:55","guid":{"rendered":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=298"},"modified":"2009-07-05T08:07:39","modified_gmt":"2009-07-05T14:07:39","slug":"buchtipp-03","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/buchtipp-03","title":{"rendered":"Buchtipp 03: Bildungsstandards"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_298 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_298')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_298').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Das Buch ist als Einf\u00fchrung konzipiert und verbindet theoretische Reflexionen mit Informationen und Hinweisen zur Einf\u00fchrung von Bildungsstandards in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. Es werden im Buch auch Massnahmen reflektiert, die in Verbindung mit der Implementierung von Bildungsstandards notwendig sind, um die erhofften Qualit\u00e4tsverbesserungen tats\u00e4chlich erreichen zu k\u00f6nnen. Sollen Bildungsstandards in der Schule etwas bewirken, m\u00fcssen sich Lehrerinnen und Lehrer sich mit den in diesem Band thematisierten Grundfragen auseinandersetzen. Aufgaben sowie weiterf\u00fchrende Texte und Dokumentationen, die dem Band auf einer CD-Rom beigelegt sind, unterst\u00fctzen diesen Prozess.<\/p><\/blockquote>\n<p>Soviel zum Klappentext, doch in welche Kapitel gliedert sich das Buch?<\/p>\n<p>Nach einer Einleitung, wird der Begriff &#8222;Standard&#8220; definiert: \u00abDem Standardbegriff wohnen zwei Bedeutungen inne: Einerseits bezeichnet ein Standard ein <em>Ziel<\/em>, also einen zu erreichenden Ideal- oder Normalfall (&#8222;was gemacht, erreicht werden sollt&#8220;). Andererseits kann aber auch ein erreichtes Qualit\u00e4ts- oder Leistungsniveau gemeint sein, also die <em>Messung<\/em> einer Leistung im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel oder Ideal (&#8222;wie gut etwas gemacht wurde&#8220;). Im ersten Fall geht es um das Entweder-oder, im zweiten um das Mehr-oder-weniger bzw. Besser-oder-schlechter (vgl. Herzog, 2008b, S. 3; Ravitch, 1995, S. 7)\u00bb (Criblez et al., 2009, S. 17, Hervorhebung im Original). Da derzeit im deutschsprachigen Europa ein Wandel von einer inputorientierten hin zu einer outputorientierten Steuerung festzustellen ist, beziehen sich Standards nicht mehr nur auf die Inputs des Bildungssystems (Lehrpl\u00e4ne, Lehrmittel, Finanzen, Infrastruktur, Lehrerlektionen usw.), sondern der Blick wird vermehrt auf die Ergebnisse und die Wirkungen von Schule gerichtet (Output und Outcomes) (vgl. ebd., S. 19).<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Der Begriff der &#8222;Bildungsstandards&#8220; wird ebenfalls definiert resp. es wird deutlich gemacht, dass dieser sehr unterschiedlich verwendet wird, weil damit verschiedene Konzepte verbunden sind. So wird in der deutschsprachigen Diskussion um Bildungsstandards immer wieder auf die deutsche Expertise\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pub\/zur_entwicklung_nationaler_bildungsstandards.pdf\" target=\"_blank\">Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards\u00a0<\/a>(Klieme et al., 2003) Bezug genommen.<br \/>\nDer in dieser Expertise definierte Bildungsstandards-Begriff legt einen starken Fokus auf das Konzept der Kompetenz: \u00abBildungsstandards formulieren Anforderungen an das Lehren und Lernen in der Schule. Sie benennen Ziele f\u00fcr die p\u00e4dagogische Arbeit, ausgedr\u00fcckt als erw\u00fcnschte Lernergebnisse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Damit konkretisieren Standards den Bildungsauftrag den allgemeinbildende Schulen zu erf\u00fcllen haben. Bildungsstandards [&#8230;] greifen allgemeine Bildungsziele auf. Sie benennen Kompetenzen, welche die Schule den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern vermitteln muss, damit bestimmte zentrale Bildungsziele erreicht werden. Die Bildungsstandards legen fest, welche Kompetenzen die Kinder oder Jugendlichen bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe erworben haben sollen. Die Kompetenzen werden so konkret beschrieben, dass sie in Aufgabenstellungen umgesetzt und prinzipiell mit Hilfe von Testverfahren erfasst werden k\u00f6nnen\u00bb (Klieme et al., 2003, S. 19).<\/p>\n<p>Anders wir der Begriff von Ravitch (1995) verwendet. Sie geht von einem dreiteiligen Standardbegriff aus und unterscheidet dabei drei Arten, welche unterschiedliche Bedeutungen und Zwecke haben, aber dennoch zueinander in Beziehung stehen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Inhaltliche Standards<\/strong> (Content Standards, Curriculum Standards) &gt; damit werden Lernziele und Lerninhalte schulischen Lernens bezeichnet (also Grobziele).<\/li>\n<li><strong>Leistungsstandards<\/strong> (Performance Standards) &gt; diese bezeichnen das, was im deutschsprachigen Diskurs gemeinhin unter Bildungsstandards verstanden wird. Sie beziehen sich auf den Output oder den Outcome des schulischen Lernens, d.h. sie legen fest, welche Leistungsziele und welches Niveau der Kompetenz die Sch\u00fcler\/-innen zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen sollen. Leistungsstandards k\u00f6nnen nach ihrem Zielniveau unterschieden werden (Minimalstanddards, Regelstandards, Maximalstandards).<\/li>\n<li><strong>Standards f\u00fcr Lehr- und Lernbedingungen<\/strong> (Opportunity-to-learn-Standards, School Delivery Standards) &gt; diese beziehen sich auf den Input und die Prozesse des schulischen Lernens. Sie definieren Ressourcen, welche zur Verf\u00fcgung stehen sollen, damit die Sch\u00fcler\/-innen sowohl die vorgeschriebenen inhaltlichen Standards lernen als auch die Leistungsstandards erreicehn k\u00f6nnen. Unter Ressourcen werden nicht nur finanzielle Mittel verstanden, sondern insbesondere auf die Kompetenzen der Lehrpersonen (und damit verbunden die Qualit\u00e4t der Lehrerinnen- und Lehrerbildung), die Qualit\u00e4t des Unterrichts sowie die konkreten Lern- und Arbeitsbedingungen innerhalb einer bestimmten Schule.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sp\u00e4ter wird der Bezug zwischen Bildungsstandards, Bildungszielen und Kompetenzmodellen erl\u00e4utert, denn \u00abum die Beziehung zwischen Bildungstandards und Kompetenzen zu konkretisieren, m\u00fcssen theoretische Kompetenzmodelle entwickelt werden, welche den kumulativen Kompetenzaufbau beschreiben und die Kompetenzen systematisch ordnen (Moser, 2005, S. 2)\u00bb (vgl. ebd., S. 36). Solche Kompetenzmodelle sind wissenschaftliche Konstrukte, mit denen Bildungstandards f\u00fcr die Umsetzung in die Praxis operationalisiert, d.h. in konkrete Beispiel, Aufgabenstellungen und Testverfahren umgem\u00fcnzt werden k\u00f6nnen. (vgl. ebd., S. 38). Dies alles wird im zweiten Kapitel des Buches sehr verst\u00e4ndlich beschrieben. <\/p>\n<p>Das dritte Kapitel befasst sich mit (historischen) Kontexte der Reformdiskussion, das vierte Kapitel mit der Implementierung der Bildungsstandards in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz, das f\u00fcnfte mit den Folgen der Implementierung von Bildungsstandards f\u00fcr Schule und Unterricht, das sechste mit der Bedeutung der Bildungsstandards f\u00fcr die Unterrichtsentwicklung, das siebte mit der Kritik an Theorie und Praxis von Bildungsstandards und das letzte Kapitel res\u00fcmiert zwischen den hohen bildungspolitischen Erwartungen und der p\u00e4dagogischer Fundamentalkritik, welche die Diskussion um Bildungsstandards ausl\u00f6ste und nimmt die wichtigsten Aussagen des Buches nochmals auf.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n ist, dass jedes Kapitel Hinweise auf weiterf\u00fchrende Dokumente enth\u00e4lt, die sich auf der beigelegten CD-Rom befinden. Mir scheint, dass den Autorinnen und Autoren ein gelungenes Werk f\u00fcr Dozierende in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, aber auch Lehrerstudierende, sowie Berufseinsteiger\/-innen und Lehrk\u00e4fte aller Schulstufen gelungen ist!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Criblez. L., Oelkers, J., Reusser, K., Berner, E., Halbheer, U. &amp; Huber. C. (2009). Bildungsstandards. Seelze-Velber: Kallmeyer. Kaum ein Thema hat im fachwissenschaftlichen und im bildungspolitischen Diskurs der letzten Jahre so hohe Aufmerksamkeit erzeugt wie die &#8222;Bildungsstandards&#8220;. 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