{"id":760,"date":"2011-02-12T18:59:40","date_gmt":"2011-02-12T17:59:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/?p=760"},"modified":"2011-03-05T23:06:13","modified_gmt":"2011-03-05T22:06:13","slug":"buchtipp-06-empowerment-durch-schulpraktika","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kathrinfutter.ch\/blog\/buchtipp-06-empowerment-durch-schulpraktika","title":{"rendered":"Buchtipp 06: Empowerment durch Schulpraktika"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_760 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_760')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_760').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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So kann dem Klappentext entnommen werden, dass es bislang an sytematisierenden, national wie international orientierten Darstellungen sowohl der konzeptionellen Elemente von Schulpraktika als auch des \u00fcbergreifenden Kontextes, fehle. Ebenso h\u00e4tten sich zwar in letzter Zeit die empirischen Studien zu allgemeinen Schulpraktika vergr\u00f6ssert, insgesamt sei deren Zahl aber noch immer klein. Ziel des Buches sei es deshalb, diese beide L\u00fccken zu verkleinern und einerseits eine umfassende wissenschaftliche Bilanzierung und Grundlegung der Schulpraktika f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz vorzulegen, anderseits aber auch eine integrative sowie innovative Konzeption der Schulpraktika im Rahmen des Empowerment-Ansatzes aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Das Buch ist lesenswert: Dies sei bereits vorweggenommen!<\/p>\n<p>Eine umfassende Darstellung w\u00fcrde ein einzelnes Blogposting bei weitem sprengen, weswegen ich nur zwei (meiner Ansicht nach) wesentliche Punkte herausgreifen m\u00f6chte:<\/p>\n<p><strong>Das Praktikum als Lerngelegenheit f\u00fcr Studierende<\/strong><br \/>\nMit Dick (1996) wird argumentiert, dass das Lernen im Praktikum ein Mehrquellenph\u00e4nomen sei und sich demzufolge aus mehreren Quellen speist. Angegeben werden das Modelllernen, das &#8222;Learning by doing&#8220; und das biografische Lernen. Weiter wird ausgef\u00fchrt, dass \u201c obwohl als Herzst\u00fcck bezeichnet \u201c die Wirksamkeit der Praktika jedoch umstritten sei. Zur Untermauerung werden sechs Kritikpunkte aufgef\u00fchrt wie z.B. dass die Praktikumslehrpersonen die Lernfortschritte der Studierenden \u00fcbersch\u00e4tzen w\u00fcrden, oder dass eher eine schulspezifische Sozialisation als ein Kompetenzerwerb stattf\u00e4nde. Meiner Ansicht nach sind die genannten Punkte sicher bedenkenswert, ob damit jedoch tats\u00e4chlich die Wirkung verlorengeht ist noch nicht gesagt. Mir scheint eher, dass die tats\u00e4chliche Wirkung nicht immer der intendierten Wirkung entspricht. In diesem Zusammenhang kann auch die Einsch\u00e4tzungen der Studierenden von Praktika gesehen werden, welche sich nicht selten im Credo ich mache, also kann ich \u00e4ussert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Um das ganze Posting zu lesen, einfach den &#8222;Weiterlesen&#8220;-Button anklicken \ud83d\ude42<\/span><!--more--><\/p>\n<p>Weiter werden von den Autoren die Grundmerkmale des Theorie-Praxis-Verh\u00e4ltnisses beschrieben. Dies auch aufgrund der eher ern\u00fcchternden Ergebnisse von N\u00f6lle (2002), dass n\u00e4mlich den Studierenden selten eine Verkn\u00fcpfung dieser beiden Elemente gelingen w\u00fcrde.<strong><br \/>\n<\/strong>Aufgrund dieses alt bekannten Problems der schwierigen Beziehung von Theorie und Praxis, welche auch tats\u00e4chlich zwei sehr unterschiedliche Gegenstandswelten darstellen, wird als L\u00f6sungsversuch das Praktikum postuliert. Diesem komme eine Br\u00fccken- resp. Antizipationsfunktion zu. Ich schliesse daraus, dass die Autorinnen und Autoren darin auch eine Verbesserung der Wirksamkeit der Praktika verorten: sie sollen nicht bloss gelebte Praxis replizieren (was nicht per se schlecht sein muss!), sondern auch theoretische Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung kombinieren, was jedoch keine neue Idee ist \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong>Empowerment im und durch das Schulpraktikum<br \/>\n<\/strong>Viel Platz wird im Buch daf\u00fcr verwendet aufzuzeigen, was die Autorenschaft unter Empowerment im Praktikum versteht. Dies geschieht, indem zu Themenfeldern wie Individualisierung, Emotionsregelung, Feedback, soziale Interaktionen und Schulentwicklung einerseits Grund\u00fcberlegungen und zentrale Erkenntnisse dargestellt und andererseits Bez\u00fcge zum Empowerment herausgearbeitet werden. Unter Empowerment wird die Kraft der Wirksamkeit und Entfaltung eines Individuums in einem sozialen Kontext verstanden (also die Entwicklung der berufspraktischen Kompetenzen einer Lehrerstudentin\/eines Lehrerstudenten im Praxisfeld Schule). Interessant ist die Bemerkung, dass das Konzept des Empowerments, welches v.a. in der Gesundheits- bzw. der Klinischen Psychologie beheimatet sei, einige \u00dcberschneidungen mit dem Konzept der Allgemeinbildung aufweise, welches v.a. in der Schulp\u00e4dagogik und der Allgemeinen Didaktik zum Tragen komme. Und dies, obwohl sich die Allgemeine Didaktik ja nicht in unmittelbarer N\u00e4he der Klinischen Psychologie bef\u00e4nde&#8230;<br \/>\nMeiner Ansicht nach Kernst\u00fcck des Buches bilden aber die Modelle f\u00fcr die Implementation des Empowerment-Konzeptes in die Schulpraktika und die Leistungen, welche dahingehend von den P\u00e4dagogischen Hochschulen einerseits und den Praxisschulen andererseits vollbracht werden m\u00fcssen. Weil (wie oben beschrieben) Theorie und Praxis im Grundsatz zwei verschiedene Systeme sind, k\u00f6nnen sie nur durch Kommunikation zueinander in Beziehung treten. M\u00f6gliche Katalysatoren sind laut den Autorinnen und Autoren Lernaufgaben (gerichtete Aufgaben) \u00fcber die sich die Akteure in beiden Systemen zu verst\u00e4ndigen haben. Prim\u00e4r handle es sich dabei um Fragen des Theorie-Praxis- Bezugs resp. um Anliegen zum Empowerment. Der besseren Verst\u00e4ndlichkeit dieses Makromodells f\u00fcr das Lernen im Praktikum dient eine Abbildung auf S. 228. Auch bez\u00fcglich eines Mikromodells f\u00fcr die Interaktion im Praktikum wird ein Vorschlag unterbreitet. Schliesslich beschreibt die Autorenschaft auch noch ein Kooperationsmodell, welches f\u00fcr beide Systeme (Theorie und Praxis) gilt, falls ein Praktikum gelingen soll, und bei welchem die Akteure beider Systeme sich als B\u00fcndnispartnerinnen verstehen um die professionelle Entwicklung der angehenden Lehrpersonen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dem im Buch vorgestellten Ansatz ist es zu w\u00fcnschen, dass er eine weite Verbreitung findet!<\/p>\n<p><strong>Quelle: <\/strong><\/p>\n<p>Arnold, K.-H., Hascher, T., Messner, R., Niggli, A., Patry, J.-L. &amp; Rahm, S. (2011). Emowerment durch Schulpraktika. Perspektiven wechseln in der Lehrerbildung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag in eigener Sache:<\/strong><\/p>\n<p>Dies ist mein 150. Blogposting seit Er\u00f6ffnung des Bildungsfutters: Ein kleiner Grund zum Feiern \ud83d\ude42<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der letzte Buchtipp bezog sich auf ein Werk, welches bereits im Jahr 2009 erschienen ist, der jetzige auf ein brandneues \u201c sozusagen taufrisches \u201c Buch, verfasst von einer Autorengruppe aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. 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