Einführung in die Studiengangentwicklung

Gestern erschien “ endlich “ ein neues Buch aus der Reihe „Blickpunkt Hochschuldidaktik“, nämlich der Band 122 mit dem Titel: Einführung in die Studiengangsentwicklung. Diese war Thema auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik im Jahr 2009. Der Band enthält denn auch ein paar Beiträge der damaligen Jahrestagung, ist aber zum überwiegenden Teil aus aktuellen Artikeln zusammengestellt worden.

Er greift Fragen zu Modulen, Leistungsnachweisen, Kontaktstunden und Workload, zur Profilierung und Strukturierung von Studiengängen und -programmen, zur Integration von Berufsorientierung und Schlüsselkompetenzen und vieles mehr auf und versucht durch Beispiele und Beiträge aus verschiedenen Perspektiven Anregungen und Antworten zu geben (vgl. ebd. S. 7).

Der Band gliedert sich in vier Teile:

  1. Studeingangentwicklung als hochschuldidaktische Aufgabe
  2. Didaktische Profilierung von Studiengängen
  3. Strukturierung und Chronologie: Studienstufen “ Studienphasen “ Module
  4. Besondere Elemente im Studium

Unser Beitrag (Tremp & Futter) fokussiert die Forschungsorientierung in der Lehre und nimmt vor allem auch die studentische Wahrnehmung dieses Prinzip in den Blick. Die Daten hierzu wurden im Rahmen der Vergabe eines Lehrpreises an der Universität Zürich an diejenige Person, welcher es am besten gelingt forschungsbasiert zu lehren (vgl. einen früheren Blogbeitrag) , erhoben und analysiert. Ebenfalls zu einem früheren Zeitpunkt stellte ich diese Ergebnisse im Rahem der „Friday Lectures“ an der Universität Wien vor (vgl. hier).

Wie immer bei Lehrpreisumfragen an der Universität Zürich mussten die Studierenden auch damals ihre Wahl schriftlich begründen und andererseits die von ihnen favorisierte Person bei sechs Items zum Thema einschätzen:

Der Dozent/die Dozentin…

Kategorie: Forschendes Lernen ermöglichen

  • … weckt bei den Studierenden Interesse und Neugierde an Forschungsprozessen.
  • … lässt den Studierenden Spielraum für eigene (Forschungs-)Fragen zum Thema.

Kategorie: Forschungsexpertise aufzeigen

  • … verweist auf selber jeweils angewendete Forschungsmethoden.
  • … macht die Studierenden mit wissenschaftlichen Arbeits- und Denkweisen vertraut.

Kategorie: Wissenschaft und Forschung thematisieren

  • … weist auf aktuelle Forschungsfragen hin.
  • … übt mit den Studierenden Kritik an Forschungsresultaten.

Interessant waren aber vor allem auch die Begründungen der Wahl. Diese wertete ich inhaltsanalytisch aus und generierte dabei 34 Codes, wobei danach von zwei unabhängigen Personen über 2000 Zuordnungen gemacht werden konnten. 13 dieser 34 Codes repräsentierten das Konstrukt „Verknüpfung von Forschung und Lehre“, die restlichen Codes betrafen andere Themen.

Diese 13 Codes wurden dann den oben genannten Kategorien zugeordnet, wobei sich folgendes Bild ergab:

Am meisten Nennungen wurden also bezüglich der Integration des aktuellen Standes der Forschung in die Lehrveranstaltung gemacht. Wichtig ist für die Studierenden auch, dass die Dozierenden den Forschungs- resp. Fachhintergrund gut erklären können und immer wieder zeigen, wie sie selber Forschung betreiben. Forschungsorientierung als didaktische Leitlinie stellt aber auch den Anspruch, dass die Studierenden selber von Studienbeginn an als Forschende tätig werden. Dieser Anspruch zeigt sich jedoch (zumindest in unsere Daten der befragten Bachelorstudierenden der UZH) als noch wenig realisiert.

Quelle:

Tremp, P. & Futter, K. (2012). Forschungsorientierung in der Lehre: Curriculare Leitlinie und studentische Wahrnehmungen. In T. Brinker & P. Tremp. (Hrsg.). Einführung in die Studiengangentwicklung (S. 69-80). Bielefeld: Bertelsmann Verlag.

 

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