Wochenartikel 01 | Dilemma Lehrerberuf

Obwohl das „Füttern“ meines Blogs für mich eindeutig Passion und keine Pflichtübung ist (vgl. zum Thema „Pflichtübung oder Passion“ die Masterarbeit von Tamara Bianco), habe ich mir vorgenommen ca. einmal pro Woche einen Artikel, den ich gelesen habe hier vorzustellen und so kurz als möglich zusammenzufassen.Hier also die Nummer 01:Rothland, M. (2008). Das Dilemma des Lehrerberufs sind … die Lehrer? Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 11 (3), 1-15.

Lehrpersonen gehören zu den Berufsgruppen, die unter besonders viel Belastung leiden.

Solche oder ähnliche Aussagen sind nach Rothland (2008) nicht nur in der Öffentlichkeit oder den Medien anzutreffen, sondern sie dienen auch als Ausgangspunkt sowie als Begründung intensiver Forschungsbemühungen. Dabei wird auch immer wieder argumentiert, dass Lehrpersonen unter diesen Belastungen leiden. Rothland fragt sich nun, ob die Lehrpersonen besonders leiden, weil ihre Belastungen so hoch und zahlreich sind oder weil sie (die Lehrpersonen) – wie in der Öffentlichkeit zum Teil kolportiert – besonders wehleidig sind.Die empirische Forschung kann laut Rothland (2008) kaum Antworten auf diese Frage(n) geben und zwar deshalb, …

…weil die Konzentration auf das subjektive, arbeitsbezogene Empfinden von Lehrerinnen und Lehrern nicht mit der konzeptionellen und forschungspraktischen Konzentration auf personenbezogene Einflussfaktoren und Folgen im Kontext der Lehrerbelastungsforschung übereinstimme (vgl. ebd., S. 3).

Bislang sind die Ergebnisse einer persönlichkeitspsychologisch dominierten Lehrerbelastungsforschung eher einseitig und kritiklos rezipiert worden. Dies bedeutet für Rothland (2008) also, dass Persönlichkeitsmerkmale für die Erklärungen klar im Mittelpunkt stehen, …

… «gefolgt von Untersuchungen zu den individuellen, mittel- und langfristigen Folgen sowie Forschungsarbeiten, welche die subjektive Wahrnehmungen als belastend wahrgenommener Aspekte der Berufstätigkeit über Selbstauskünfte erfassen» (vgl. ebd., S. 4).

So gerät nach Rothland (2008) also nur eine Seite der Medaille in den „forschenden Blick“, während die andere, welche arbeits- und situationsbezogene Aspekte umfasst, systematisch unterbelichtet bleibt. Daraus folgert Rothland (2008), dass das „Dilemma des Lehrerberufes die Lehrer selbst seien“ [resp. die Art und Weise wie Lehrpersonenbelastungsforschung betrieben wird, Anmerkung K.F.] und fordert Forschungszugänge, die sich der Erfassung von strukturellen, berufsspezifischer Merkmale des Arbeitsplatzes Schule und des beruflichen Handelns von Lehrerinnen und Lehrern widmen. Dadurch würde erst eine ausgewogene empirische Basis für eine differenzierte Analyse und Interpretation von Personenmerkmalen sowie Arbeits- bzw. Situationsmerkmalen geschaffen werden, die schliesslich in den Versuch einer Integration beider Betrachtungsweisen münden könne.Quelle:Rothland, M. (2008). Das Dilemma des Lehrerberufs sind … die Lehrer?Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 11 (3), 1-15.   

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