EARLI 2013: Ein Blick zurück (Teil 1)

EARLIVom 26.-31. August 2013 fand die 15. EARLI-Tagung (European Association for Research on Learning and Instruction) diesmal in München mit dem Schwerpunktthema „Responsible Teaching and Sustainable Learning“ statt. Gerne berichte ich einige – selbstverständlich stark subjektiv geprägte – Highlights. Zum Beispiel das Referat von Greg Preston der University of Newcastle (Australia) mit dem Titel „School characteristics, teacher beliefs and innovative teaching practice“, zu welchem ich im ersten Drittel im Raum ankam… Er berichtete Ergebnisse aus einem sehr breit angelegten Projekt bezüglich der Faktoren auf Schul- und Lehrpersonenebene, welche mit innovativen Lehrpraktiken (Innovative Teacher Practices; ITP) in Beziehung stehen.

A sample of Australian secondary teachers (n = 683) completed online surveys about current practices and beliefs. The teacher responses enabled the calculation of an ITP index for each teacher which was used as the response variable in a multilevel regression with various explanatory variables: at the teacher level, characteristics (e.g., age, gender) and experiences (e.g., amount of professional development), at the school level, size, region, and other characteristics developed from school leader responses. Several factors were found to be related to ITP including teacher age, the frequency of use of extended learning activities and teacher collaboration.

Zum Beispiel korreliert die Anzahl der vorhandenen Computer an der Schule mit der Ausprägung des ITP-Scores. ICT-Infrastruktur hat demzufolge einen Einfluss auf Innovation. Auch Schulen mit Online-Learning-Angeboten hatten innovativere Lehrpersonen. Insgesamt 13 Variablen klären 33% der Varianz auf. Interessant (wenngleich nicht unerwartet) fand ich zudem, dass „innovativere“ Lehrpersonen ihren Schüler/-innen häufiger längerdauernde Projektarbeiten übertrugen oder dass diejenigen „innovativer“ waren, welche sich mehr mit ihren Kolleginnen/Kollegen austauschten. Was genau unter „innovativen“ Lehrpersonen zu verstehen ist, verpasste ich jedoch. Das kann man aber sicher nachlesen im zugehörenden Artikel:

Holmes, K., Bourke, S., Preston, G.,  Shaw, K. & Smith, M. (2013). Supporting innovation in teaching: what are the key contextual factors? International Journal of Quantitative Research in Education, 1 (1), 85-102.

Ein zweites Referat in derselben Session war von Ulrike Hanke von der Pädagogischen Hochschule Freiburg i.B. Sie referierte zum Thema: Effectivity of co-operative and individual/expert mentoring in didactic contexts. Ausgehend von der Annahme, dass je individualiserter das Mentoring sei, desto mehr die Mentees profitieren würden, untersuchte sie mit einer Studierendengruppe der PH Freiburg i.Br. ob ein Experten-Mentoring 1:1 gleichwertig zu einem Gruppen-Peer-Mentoring ist bezüglich des Lernerfolgs der Studierenden. Die Lehrerstudierenden mussten eine Unterrichtsreihe planen und dies dann entweder mit der Expertin oder in der Gruppe (mit vorgeschriebenem Rollenwechsel und Anleitungen zum Ablauf) besprechen. Fazit: Das kollegiale Mentoring war ebenso wirksam wie das Expertenmentoring. Dieses Ergebnis erstaunt auf den ersten Blick, bedeutet jedoch auch, dass gerade mit grossen Studierendengruppen vermehrt auf kollegiale Beratungsformen gesetzt werden kann. Gespannt sein kann man auf die Dissertation zum Thema von Pauline Viehmann.

 

 

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